Geschichte

Die BiG-Vorgeschichte

Basketball gehörte in der DDR seit 1969 offiziell zu den Sportarten, die maximal geduldet, nicht aber gefördert wurden. Der Sport mit den amerikanischen Wurzeln hatte im Klassenkampf sprichwörtlich verloren – er führte im Arbeiter- und Bauernstaat ein Schattendasein. Ausnahmen bildeten Universitäts- oder Hochschul-Standorte (DHfK Leipzig oder HSG Jena), an denen Basketball auch in dieser Zeit einen etwas größeren Zuspruch erfuhr. In Gotha spielte der Sport vor der Wende, wenn überhaupt, im Schulsport eine Rolle – zum Beispiel an der Erweiterten Oberschule (EOS) Arnoldi. Mannschaften, die regelmäßig Spiele absolvierten, existierten weder in der Stadt noch im Kreis.

Das änderte sich erst im Wendeherbst 1989. In dieser Zeit bereitete sich eine Mannschaft der Schulsport-Gemeinschaft „Arnoldi 67“ auf einen Basketball-Vergleich gegen ein Team von einem Fuldaer Gymnasium vor. In diesem Vergleich zogen die Schüler der EOS Arnoldi im Januar 1990 mit 18:54 deutlich den Kürzeren. Diese Begegnung markiert sozusagen den spielerischen Anfang der Sportart Basketball in der Stadt Gotha. Nicht zuletzt, weil aus der deutlichen Niederlage der Ehrgeiz für eine Revanche resultierte. Spieler, Trainer, Motivator und Strippenzieher der EOS-Mannschaft von damals war Bernd Kupka. Sein Name ist untrennbar mit der imposanten Entwicklung der Sportart in Gotha verbunden. Er legte in den folgenden Jahren den soliden Grundstein für den nachhaltigen Aufschwung. Denn aus dem sinnbildlich „unbeschriebenen Blatt“ wurde in relativ kurzer Zeit eine Thüringer Erfolgsgeschichte. Heute zählt Gotha zu den Thüringer Basketball-Hochburgen und „Top-Standorten dieser Sportart, die die 2. Bundesliga braucht“. Mit diesen Worten beschrieb Volker Stix den Verein Basketball in Gotha im Februar 2011; Stix war damals Trainer des TSV Tröster Breitengüßbach, inzwischen ist er Organisatorischer Leiter der Nachwuchsabteilung beim FC Bayern München.

Die Chronik über die Entwicklung der Sportart in Gotha – der eigenständige Verein Basketball in Gotha e.V. wurde 1998 gegründet – umfasst inzwischen 23 Leitz-Ordner: gefüllt mit Zeitungsartikeln, Spiel-Protokollen, Urkunden, Bildern und Briefen (Stand: Sommer 2014). Verantwortlich für die BiG-Chronik sind Marlies und Burkhart Rall, die über ihren Sohnemann Alexander Rall den Weg zum Basketball gefunden haben.

Gründung von Basketball in Gotha e.V. im Jahr 1998

Auf zu neuen Ufern! Am 2. Juli 1998 gründeten Basketball-Begeisterte aus der Region im „Berggarten“ den neuen und eigenständigen Verein Basketball in Gotha e.V.; zu den Gründungsmitgliedern zählten Yvonne Schäfer, Astrid und Dirk Kollmar, Marlies und Burkhart Rall, Lothar Becker, Norman Wagner, Horst Graf, Wolfgang Otte und Peter Sturmhöfel. Auslöser für den Schritt in die Selbstständigkeit war die Überzeugung, dass die Entwicklung der Sportart Basketball in einem eigenständigen Verein noch besser und noch gezielter vorangetrieben werden kann. Bis dahin bildeten die Basketballer eine eigene Abteilung unter dem Dach des Mehrsparten-Vereins FSV 1950 Gotha.

Der vernünftige Abschied war die Voraussetzung dafür, dass sich in den folgenden Jahren ein freundschaftliches Verhältnis zwischen beiden Vereinen entwickelte. Vor allem die Nachwuchsarbeit hatte und hat sich der neue Verein auf die Fahnen geschrieben – Motto: „Talente fördern und fordern.“ Zu den Förderern der ersten Stunde zählte die Oettinger Brauerei Gotha, die den jungen Verein bis heute sowohl materiell als auch ideell unterstützt. Zum Aushängeschild avancierten schnell die Oettinger Rockets Gotha (anfangs: Brauerei Gotha Rockets), für die viele Talente am Ball sind, die einst klein in Gotha mit dem Basketball angefangen haben und später BiG-Points erzielen.

Laufbahn der Rockets seit 1993

Jahr Liga Ergebnis
Saison 1993/1994 Bezirksliga 4. Platz Lücke in der Chronik Aufstieg*
Saison 1994/1995 Landesliga Thüringen 1. Platz Lücke in der Chronik Aufstieg
Saison 1995/1996 Oberliga Sachsen/Thüringen 8. Platz (16:28 | 1477:1511)
Saison 1996/1997 Oberliga Sachsen/Thüringen 7. Platz (Lücke in der Chronik)
Saison 1997/1998 Oberliga Sachsen/Thüringen 5. Platz (26:14 | 1379:1335)
Saison 1998/1999 Oberliga Sachsen/Thüringen 4. Platz (28:16 | 1645:1512)
Saison 1999/2000 Oberliga Sachsen/Thüringen 1. Platz (38:06 | 1857:1459) Aufstieg
Saison 2000/2001 1. Regionalliga 12. Platz (02:42 | 1501:2057) Abstieg
Saison 2001/2002 2. Regionalliga Nord 3. Platz (28:26 | 1608:1513)
Saison 2002/2003 2. Regionalliga Nord 2. Platz (28:12 | 1523:1439)
Saison 2003/2004 2. Regionalliga Nord 3. Platz (24:16 | 1683:1468)
Saison 2004/2005 2. Regionalliga Nord 1. Platz (40:4 | 1848:1504) Aufstieg
Saison 2005/2006 1. Regionalliga Südost 9. Platz (18:26 | 1567:1659)
Saison 2006/2007 1. Regionalliga Südost 6. Platz (22:22 | 1710:1727)
Saison 2007/2008 1. Regionalliga Südost 4. Platz (34:18 | 2205:2093)
Saison 2008/2009 1. Regionalliga Südost 8. Platz (22:26 | 2004:2075)
Saison 2009/2010 1. Regionalliga Südost 3. Platz (45 | 2276:2047) Aufstieg
Saison 2010/2011 2. Bundesliga ProB 9. Platz (14 | 1709:1861) Abstieg**
Saison 2011/2012 2. Bundesliga ProB 1. Platz (33 | 1803:1582) Aufstieg
Saison 2012/2013 2. Bundesliga ProA 14. Platz (22 | 2380:2478)
Saison 2013/2014 2. Bundesliga ProA 7. Platz (34 | 2402:2369) Playoff-Teilnahme
Saison 2014/2015 2. Bundesliga ProA 5. Platz (34 | 2202:2069) Playoff-Teilnahme

* Im Jahr 1993 nahmen die Rockets als A-Jugend-Team ihre erste Spielzeit im Herren-Bereich (Bezirksliga) in Angriff und meisterten den Sprung in die Landesliga – die Red Socks hatten ihnen zuvor den Platz überlassen. Nur ein Jahr später stiegen die Rockets in die Oberliga auf.

** Die Rockets waren sportlicher Absteiger, hatten aber Glück und blieben in der 2. Bundesliga ProB.

Entwicklung der Mitgliederzahlen

1998: 109 Mitglieder (jeweils Stand 31.12. des Jahres)
1999: 147 Mitglieder
2000: 162 Mitglieder
2001: 150 Mitglieder
2002: 195 Mitglieder
2003: 230 Mitglieder
2004: 252 Mitglieder
2005: 263 Mitglieder
2006: 264 Mitglieder
2007: 293 Mitglieder
2008: 288 Mitglieder
2009: 313 Mitglieder
2010: 339 Mitglieder
2011: 369 Mitglieder
2012: 382 Mitglieder
2013: 451 Mitglieder
2014: 532 Mitglieder
2015: 583 Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2015)

Mit dieser Zahl ist BiG nach wie vor Mitglieder-stärkster Basketball-Verein in Thüringen!