Oettinger Rockets verlieren gegen den Tabellenersten aus Weißenfels

Die Oettinger Rockets haben am vergangenen Freitag verdient gegen den Mitteldeutschen Basketball Club verloren. Das Endergebnis lautet 70:83. Der MBC festigt dadurch seinen ersten Tabellenplatz, die Raketen weiterhin auf Platz sieben.

 

Das Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga ProA stand am Freitag, dem 13., an sich unter einem guten Stern. Der MBC aus Weißenfels hatte in der Woche zuvor gegen den Zweitplatzierten, Crailsheim, verloren. Die Rockets hingegen konnten beim Dritten, Chemnitz, gewinnen.

 

Der Tabellenführer aus Sachsen-Anhalt hat seine Zeit gebraucht, um in die Partie zu kommen. Nach knapp drei Minuten konnten sie das erste Mal punkten – und das gleich per Dreier. Ihre Quote „von draußen“ lag bei guten 43 Prozent. Im ersten Spielabschnitt hätten die rund 2700 Zuschauer in der Messe Erfurt denken können, dass es ein enges Spiel wird. Marcus Hatten traf mit der Schusssekunde des ersten Viertels einen weiteren Dreier – ca. anderthalb Meter hinter der Linie – und stellte damit auf 20:17 für die Gäste.

 

„Kurz nach solchen großen Würfen fiel es uns in diesem Spiel schwer“, findet Chris Ensminger, Head Coach der Oettinger Rockets, der in diesem Spiel auf die Eigenmotivation der Spieler setzte: „Wenn jemand in so einem Spiel gegen den Tabellenführer nicht motiviert ist, dann muss ein anderer die Arbeit machen.“

 

Das zweite Viertel (16:24) war dann ein großer Knackpunkt der Partie – besonders zu Beginn: Der MBC traf schnell zwei Dreipunktwürfe und führte sozusagen plötzlich mit neun und später mehr Punkten. Bei den Raketen lief nicht viel zusammen. Nach dreieinhalb Minuten kamen sie erstmals im Viertel zu Punkten. In der Zone hatten sie wenig Erfog, weil dort MBC-Center Djordje Pantelic aufgeräumt hat (4 Blocks) und von draußen wollte es nicht klappen, weil die vier restlichen Wölfe den Raketen auf den Füßen standen. Ensminger: „Es hat nicht funktioniert, dass wir unseren starken Schützen Parker und Allen freie Würfe geben konnten.“ Das habe Igor Jovovic, Head Coach vom MBC, nach eigener Aussage auch so gewusst und gewollt.

 

Nach dem Halbzeitstand von 33:44 kamen die Oettinger Rockets erneut schleppend ins Spiel. Der Zwischenstand von 37:60 war aufgrund der Sportart sicherlich keine Vorentscheidung, allerdings doch ein deutliches Zeichen. Gegen Ende des dritten Viertels erreichten die Rockets ihre beste Phase. Sie konnten die gegnerischen Angriffe häufig unterbinden, spielten schneller und hatten sichtbaren Zug zum Korb. Grant Gibbs (13 Punkte) und Dane Watts (15) waren die Antreiber in diesem Abschnitt. Auch wenn jenes Viertel an Weißenfels ging (21:23), so hofften die Anhänger in weiß und blau, dass die Hausherren dieses „Feuer“ mit in den Schlussabschnitt nehmen können.

 

Zu Beginn des letzten Viertels lagen die Raketen mit 13 Punkten zurück. Auch das ist kein vorentscheidender Rückstand. Zwar ist der Gegner der Tabellenführer, der jedoch mit wenigen Spielern auskommen muss (vier Spieler über 30 Minuten, einer bei den Rockets). Neben dem konditionellen Nachteil stellten sich beim MBC auch Foul-Probleme ein. Zwei Wölfe bekamen sogar fünf persönliche Fouls und durften nicht weiterspielen.

 

Diese wären in einer möglichen Verlängerung zwei wichtige Faktoren gewesen. Dazu kam es aber nicht. Immer wenn es die Raketen schafften, auf acht oder neun Punkte heranzukommen, hatten die Wölfe die richtige Antwort parat: Schnellangriff, Dreier oder Foul ziehen und Freiwürfe. So endete das letzte Viertel 16:16 und das Spiel wie erwähnt mit 70:83.

 

„Der MBC war heute die bessere Mannschaft“, gesteht Chris Ensminger ein. „83 Punkte sind mir einfach zu viel“, so der Head Coach weiter. Er hätte die Gäste gern bei ca. 74 Punkten gehalten. Der Grund für die Niederlage laut Ensminger: „Wir haben 38 Prozent aus dem Feld und 29 von hinter der Dreierlinie. Dabei haben wir heute 16 offensive Rebounds geholt. So viel waren es glaube ich diese Saison noch nie.“

 

Für Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung, sind die Quoten das Ergebnis anderer Gründe: „Der MBC hat viel mehr investiert und Härte gezeigt. Sie haben besser verteidigt und uns jeden Wurf schwer gemacht. Wenn das so klappt, dann hast du in der Offensive auch einen viel leichteren Rhythmus.“ In Qualität und Erfahrung stehen sich beide Teams laut Wolfgang Heyder in nichts nach. Dabei spricht er vor allem Dane Watts, Darrel Mitchell, Grant Gibbs und Robert Oehle mit höherklassiger beziehungsweise BBL-Erfahrung an.

 

Im nächsten Spiel, ebenfalls in der Messe Erfurt, ist dann nicht der Erste der Liga, sondern der Zweite zu Gast. Das Spiel beginnt am Dienstag, 24. Januar, um 19.30 Uhr. Dann heißt der Gegner Crailsheim Merlins.