„Wir haben nichts zu verlieren!“

Das hat’s in der „Blauen Hölle“ noch nicht gegeben! Erstmals seit dem Aufstieg der Oettinger Rockets im Jahr 2012 steht in Gotha ein Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga ProA auf dem Programm. Denn am Samstag empfangen die Rockets als aktuelle Nummer drei der Liga den souveränen Spitzenreiter s.Oliver Baskets (Tip-Off: 19 Uhr). Dann wird die „Blaue Hölle“ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausverkauft sein.

Zwar sah auch Gothas Head Coach Chris Ensminger vor der Saison in dem BBL-Absteiger aus Würzburg den großen Favoriten im Kampf um die Meisterschaft. Doch das spielt vor dem Aufeinandertreffen beider Mannschaften keine Rolle. „Wir haben nichts zu verlieren, können aber, wenn es richtig gut läuft, eine ganze Menge gewinnen“, gibt der Trainer der Rockets die Maxime vor. „Fest steht: 25 oder 30 starke Minuten werden gegen Würzburg nicht reichen – deshalb müssen wir eine konstante Top-Leistung abrufen und sowohl in der Defense als auch in der Offense mindestens 40 Minuten konzentriert zu Werke gehen. Wenn uns das gelingt und wir die Energie von den Rängen nutzen können, ist in diesem Spiel alles möglich.“

Zweifellos wollen und können die Rockets einmal mehr für eine Überraschung sorgen. Denn natürlich werden sie alles geben, um ihre stolze Heimserie fortzusetzen: Zuletzt verbuchten sie in der „Blauen Hölle“ fünf Siege in Folge. Nun soll im Idealfall der sechste Streich folgen.

Gleichwohl ist allen Beteiligten klar, dass gegen Würzburg ein Härtetest bevorsteht. Schließlich haben die Baskets das am beste besetzte und zugleich erfahrenste Team der Liga. Mehrere  Akteure waren schon in der Beko Basketball-Bundesliga am Ball. Selbst das Trainer-Gespann mit Head Coach Doug Spradley und Assistant Coach Stephan Völkel, der vor der Saison von den Rockets zu den Baskets wechselte und dort mit seinem langjährigen Weggefährten wieder ein erfolgreiches Gespann bildet, hat bereits Erfahrungen in der ersten Liga gesammelt. Hinzu kommt ein ProA-All-Star-Trio der vergangenen Saison: Point Guard Carlos Medlock kam von den Crailsheim Merlins, Shooting Guard Jeremy Dunbar vom Meister BG Göttingen und Power Forward Dennis Tinnon von Science City Jena. Kein Wunder also, dass die bisherige Bilanz der Würzburger Bände spricht: Sie sind Spitzenreiter, stellen das beste Defense-Team der Liga und sind in Sachen Offense die Nummer zwei…

Doch in Bezug auf hochkarätige Gegner verhielten sich die Dinge in der Vorsaison schon einmal ähnlich. Damals, am 26. Oktober 2013, kam die BG Göttingen als ungeschlagener Tabellenführer nach Gotha und erlebte ein „blaues Wunder“. Die Rockets triumphierten in diesem Spiel mit 72:71.

Ungeachtet dessen gibt es zwischen den Trainern beider Teams mehr als eine Verbindung. So waren Chris Ensminger und Doug Spradley einst gemeinsam für den Mitteldeutschen BC am Ball (Saison 1999/2000). Spradley war später in Paderborn Trainer von Chris Ensminger und dessen heutigem Assistant Coach Steven Esterkamp (2008/2009) – Paderborns Co-Trainer war damals schon Stephan Völkel. Steven Esterkamp wiederum absolvierte seine letzte Station als Aktiver bei den s.Oliver Baskets (2013/2014), ehe er seine Spieler-Karriere beendete und die Trainer-Laufbahn einschlug.

„Es ist das erste Mal in einem Pflichtspiel, dass ich einem ehemaligen Trainer gegenüberstehe: Das ist in etwa so, als träfe ein Schüler von einst, der inzwischen Lehrer ist, seinen ehemaligen Lehrer wieder“, sagt Chris Ensminger, der seinen Trainern von einst freundschaftlich verbunden ist. „Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir, wenn das Spiel läuft, alles geben, um den anderen zu besiegen. Wir sind schließlich alle Sportler!“

Vorbericht der s.Oliver Baskets.