Wechselbad der Gefühle mit Happyend

Der letzte Tag der Woche, ein Auswärtsspiel und die Oettinger Rockets – aus dieser Konstellation könnte diese Saison vielleicht doch noch etwas werden. Immerhin haben die Gothaer nach drei vergeblichen Anläufen heute mal wieder einen Sieg in einem Sonntagsspiel „on the road“ eingefahren. Das Team von Head Coach Chris Ensminger setzte sich beim Tabellenvorletzten Bayer Giants Leverkusen mit 66:63 (38:32) durch, verbuchte somit den 13. Saisonsieg, der zugleich den fünften Auswärtserfolg markiert, und liegt nach dem 19. Spieltag der Hauptrunde nach wie vor auf Rang vier der Tabelle.

Ende gut, alles gut? Davon konnte letztlich nur bedingt die Rede sein. Während Freunde des gepflegten Nervenkitzels einmal mehr voll auf ihre Kosten kamen, hätten die Gothaer Trainer auf das krasse Wechselbad der Gefühle nach dem Seitenwechsel gut und gerne verzichten können. Aber wie bereits in der Vorwoche gegen die finke baskets aus Paderborn war es ein hartes Stück Arbeit, bis ein weiterer Erfolg gefeiert werden konnte.

Zwar gelang den Gästen ein ordentlicher Start – bereits beim Ertönen der Schlusssirene für das erste Viertel brachte Joe Lawson seine Mannschaft mit einem erfolgreichen Dreier erstmals zweistellig in Führung (22:11 / 10.). Doch anschließend erwiesen sich die Giants als der erwartet unangenehme Gegner, der sich mitnichten abschütteln ließ und mit aller Macht die schwarze Serie von nunmehr acht Niederlagen in Folge stoppen wollte. Beleg: Bis zur Pause verkürzten die Hausherren den Rückstand auf sechs Zähler (32:38).

Im dritten Durchgang verloren die Rockets dann ziemlich unvermittelt den Faden und mit ihm die Kontrolle über das Spiel. Fast sieben Minuten lang gelang ihnen kein einziger Punkt. Dafür häuften sich die Ballverluste: allein sechs und somit einer mehr als in der kompletten ersten Halbzeit unterliefen ihnen im dritten Abschnitt. Leverkusen nutzte die Gunst der Stunde, erzielte zwischen der 23. und der 30. Spielminute insgesamt 17 Zähler in Folge und ging erstmals nach der Auftaktphase (6:4 / 5.) wieder in Führung (52:44 / 30.).

Doch die Gothaer fingen sich und zogen sich sinnbildlich am eigenen Schopf aus dem Schlamassel. Den Grundstein legten sie dabei mit einer starken Defense-Leistung im vierten Viertel. Zudem glänzte Gerard Gomila Mitte des Schlussabschnitts mit sechs Punkten in Folge: Zunächst verwandelte er zwei Freiwürfe (52:56 / 34.), danach versenkte er einen wichtigen Dreier (55:56 / 34.) und schließlich einen weiteren Freiwurf nach einem „T“ gegen Leverkusens Head Coach Achim Kuczmann – 56:56 (35.). Alles war wieder offen.

Dass die Rockets am Ende die Nase vorn hatten, war vor allem einigen wichtigen Rebounds in den Schlussminuten zu verdanken. Letztlich entschieden sie das Duell unter den Brettern mit 47:37 klar für sich – vor allem in Sachen Offensiv-Rebounds (insgesamt 12 / Leverkusen: 5) präsentierten sich die Gothaer stark verbessert. Das war ein wichtiger Baustein zum Erfolg.

Ungeachtet dessen erzwang Leverkusens Olegas Legankovas in der turbulenten Schlussphase mit einem erfolgreichen Dreier nochmals den Ausgleich (63:63 / 39.), ehe Chris Razis der letzte und entscheidende Korb aus dem Spiel heraus gelang (65:63 / 40.). Für den Schlusspunkt sorgte schließlich Joe Lawson mit einem Freiwurf zum 66:63 (40.).

Top-Scorer der Gothaer war einmal mehr Carlton Guyton, der in der Smidt-Arena insgesamt 17 Punkte markierte.

„Keine Frage, wir haben es uns mit einem schlechten dritten Viertel unnötig schwergemacht, aber Moral bewiesen und das Spiel im vierten Viertel über die Defense gewonnen“, sagte Chris Ensminger, der in Leverkusen auf den erkrankten Jeramie Woods verzichten musste. „Unterm Strich zählt natürlich vor allem der Sieg – zudem gab es auch einige positive Aspekte: Wir haben uns besonders in Sachen Rebounds wieder ein Stück verbessert und als Team am Ende, als es darauf ankam, einen guten Job gemacht!“

Am kommenden Samstag wird mit dem 20. Spieltag das letzte Drittel der Hauptrunde eingeläutet. Dann empfangen die Rockets die NINERS Chemnitz – zur gewohnten Zeit: Samstag, 19 Uhr, in der sehr gut gefüllten „Blauen Hölle“. Eine Konstellation also, die sich nicht nur in dieser Saison schon sehr oft als gewinnbringend erwiesen hat.

Bayer Giants Leverkusen – Oettinger Rockets Gotha 63:66 (32:38)

Viertel: 11:22 / 21:16 (32:38) / 22:8 (54:46) / 9:20 (63:66)

Bayer Giants Leverkusen: Brandon (22:31 Minuten / 2 Punkte / 6 Assists / 4 Rebounds), Camphor (27:05 / 10 / 1 / 1), Nick (nicht eingesetzt), Heckel (nicht eingesetzt), Legankovas (25:05 / 3 / 0 / 7), Kreklow III (32:19 / 17 / 5 / 2), Heinzmann (22:12 / 8 / 1 / 9), Zraychenko (6:54), Kuczmann (19:14 / 3 / 0 / 0), Merkens (11:57 / 4 / 1 / 1), Hulbin (32:43 / 16 / 2 / 6)

Oettinger Rockets Gotha: Guyton (32:14 Minuten / 17 Punkte / 3 Assists / 6 Rebounds), Riewer (22:53 / 6 / 2 / 3), Razis (19:35 / 6 / 2 / 5), Durant (7:59 / 5 / 0 / 0), Dejworek (nicht eingesetzt), Lodders (24:13 / 5 / 4 / 7), Johnson (19:53 / 8 / 0 / 8), Lawson (30:08 / 5 / 0 / 5), Völler (25:23 / 7 / 0 / 6), Gomila (17:42 / 7 / 0 / 0)

Zweier Leverkusen: 15 von 36 (42 Prozent)

Zweier Gotha: 21 von 46 (46 Prozent)

Dreier Leverkusen: 8 von 21 (38 Prozent)

Dreier Gotha: 4 von 16 (25 Prozent)

Freiwürfe Leverkusen: 9 von 19 (47 Prozent)

Freiwürfe Gotha: 12 von 21 (57 Prozent)

Rebounds Leverkusen: 37 (5 Offense / 32 Defense)

Rebounds Gotha: 47 (12 / 35)

Assists Leverkusen: 16

Assists Gotha: 11

Ballverluste Leverkusen: 11

Ballverluste Gotha: 13

Ballgewinne Leverkusen: 8

Ballgewinne Gotha: 8

Zuschauer: 600

Spielbericht der Bayer Giants Leverkusen.