Triumphaler Heimsieg im Thüringen-Derby

Traumstart ins neue Jahr: Die Oettinger Rockets haben im ersten Spiel nach der Weihnachtspause einen grandiosen Heimsieg gelandet. Im prestigeträchtigen Thüringen-Derby gegen Science City Jena bestimmte das Team von Head Coach Chris Ensminger eindeutig das Geschehen und behielt letztlich mit 82:54 (48:24) die Oberhand.

Mit diesem Triumph festigten die Gothaer ihren Platz in der Spitzengruppe der Tabelle. Zugleich konnten sie den Sieg mit dem höchsten Vorsprung (28 Punkte) seit dem Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProA im Jahr 2012 feiern. Und das ausgerechnet gegen den Rivalen aus Jena, der sich bereits im Hinspiel vor vier Wochen geschlagen geben musste (88:80). Nun folgte sogar noch eine Steigerung: Denn die Rockets hielten eine der besten Offense-Mannschaften der Liga bei 54 Punkten und machten gemeinsam mit den Fans – unter ihnen auch Oberbürgermeister Knut Kreuch – beste Werbung für den Basketball-Standort Gotha. Kurzum: Viel besser hätte das Jahr 2015 nicht beginnen können!

Kein Wunder also, dass der Jubel keine Grenzen kannte. Die Fans in der „Blauen Hölle“, die zum dritten Mal in Folge restlos ausverkauft war, skandierten nach der Schlusssirene euphorisch: „Die Nummer eins, die Nummer eins, die Nummer eins im Land sind wir…“

Wegweisend für den Erfolg war ein überragendes erstes Viertel. Lediglich zu Beginn hatte Jena kurzzeitig die Nase vorne (2:5 /2.). Doch dann zündeten die Rockets sinnbildlich alle Triebwerke – und den Turbo gleich dazu. Das unüberhörbare Signal zur Attacke gab Marco Völler, der es nach einem Alley-oop-Pass von Carlton Guyton gewaltig krachen ließ (4:5 / 4.). Fortan gab’s sowohl auf dem Feld als auch auf den Rängen kein Halten mehr. Jena wurde förmlich überrannt, hatte aber auch Pech: Kapitän Sascha Leutloff verletzte sich schon nach viereinhalb Minuten und musste den Rest der Partie von der Bank verfolgen.

Bereits kurz zuvor hatte Carlton Guyton die Hausherren erstmals in Führung gebracht (6:5 / 5.). Wenig später erhöhte er auf 8:6 (6.) und markierte somit den Ausgangspunkt für einen rasanten 17:1-Lauf, den Albert Kuppe schließlich mit dem ersten Rockets-Dreier (23:7 / 9.) krönte. Letztlich gewannen die Gothaer das erste Viertel mit 27:10.

Science City war sichtlich beeindruckt vom atemberaubenden Tempo, das die Gastgeber anschlugen, und gewiss auch von der imposanten Kulisse samt ohrenbetäubendem Lärm. Während sich die Rockets fast in einen Rausch spielten, sah Jenas Head Coach Björn Harmsen bereits in dieser Phase „hängende Köpfe“ bei seinen Schützlingen – etwa nach Will Reinkes Monster-Dunk zum 46:24 (19.). So wuchs der Vorsprung bis zur Pause auf stattliche 24 Punkte an (48:24).

Nach dem Seitenwechsel schien es kurzzeitig so, als müssten die Gothaer dem höllischen Anfangstempo Tribut zollen. Just in jener Phase fand Jena besser ins Spiel. Das spiegelte sich nicht zuletzt in 9 Ballverlusten wider, die den Rockets allein in diesem Durchgang unterliefen. So hatten sich die Gäste zu Beginn des Schlussviertels wieder auf 15 Punkte (65:50 / 32.) herangekämpft – doch näher sollten sie nicht mehr herankommen.

In der verbliebenen Zeit drückten wieder die Gothaer der Partie ihren Stempel auf. Spätestens nach Marco Völlers zweitem Dunk zum 75:52 (35.), dem abermals ein geniales Anspiel von Carlton Guyton vorausging, stand fest, wer das Parkett an diesem Abend als Sieger verlassen würde und bis auf Weiteres die Nummer eins im Lande sein wird.

„Das war heute wirklich eine imposante Leistung des gesamten Teams – ich freue mich mit meinen Jungs, den Fans und der BiG-Organisation über diesen wichtigen Sieg“, sagte Chris Ensminger nach dem Spiel. „Grundstein war ein überragendes Auftaktviertel, in dem wir die Weichen gestellt haben. Das war das mit Abstand stärkste erste Viertel in der gesamten Saison und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Jetzt genießen wir den Augenblick – ab Montag geht’s wieder im Training zur Sache. Wir wollen weiter hart arbeiten, damit wir unser gemeinsames Ziel erreichen und am Ende der Serie unsere besten Leistungen abrufen können!“

Derweil erkannte Björn Harmsen die Überlegenheit der Gothaer an: „Glückwunsch an Chris und seine Mannschaft zu einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Gotha hat heute sehr, sehr stark gespielt, den Ball gut bewegt, immer wieder attackiert und sehr viel Druck gemacht.“

Top-Scorer der Begegnung war –  wie bereits vor vier Wochen in Jena – Carlton Guyton, der es unterm Strich auf 16 Punkte brachte und maßgeblichen Anteil am starken Start hatte. Allein im ersten Abschnitt kam der US-Guard auf 9 Punkte und 4 Assists; im zweiten Viertel schloss er einen Angriff mit einem Dunk ab (32:12 / 14.). Ebenfalls von seiner besten Seite präsentierte sich Will Reinke, der mit 9 Punkten und 12 Rebounds nur knapp an seinem fünften Double-Double der Saison vorbeischrammte.

Nach dem Thüringen-Derby ist vor dem mitteldeutschen Derby. Bereits am kommenden Sonntag steigt das zweite Heimspiel des Jahres. Dann gastieren die Niners der BV Chemnitz 99 in der „Blauen Hölle“ (Tip-Off: 17 Uhr), die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum vierten Mal in Folge ausverkauft sein wird: Gute Voraussetzungen also für ein weiteres denkwürdiges Derby!

Oettinger Rockets Gotha – Science City Jena 82:54 (48:24)

Viertel: 27:10 / 21:14 / 17:25 / 17:5

Oettinger Rockets Gotha: Guyton (28:27 Minuten / 16 Punkte / 5 Rebounds / 6 Assists), Fülle (19:18 / 7 / 2 / 3), Hoffmann (1:34), Kreis (14:28 / 7 / 2 / 2), Harris (18:22 / 6 / 7 / 0), Baker (5:03 / 3 / 2 / 0), Vest (26:06 / 13 / 3 / 4), Völler (16:33 / 6 / 2 / 0), Reinke (21:20 / 9 / 12 / 0), Lösing (30:07 / 7 / 3 / 0), Kuppe (18:42 / 8 / 3 / 1)

Science City Jena: Chones (19:17 Minuten / 8 Punkte / 7 Rebounds / 1 Assist), Reyes-Napoles (27:43 / 9 / 1 / 1), Wendt (22:54 / 10 / 3 / 0), Leuthoff (4:30 / 0 / 2 / 0), Voigtmann (6:15), Henriquez (20:03 / 10 / 9 / 1), Morningstar (21:31 / 8 / 1 / 0), Wolf (25:40 / 3 / 10 / 1), Bernard (20:36 / 3 / 0 / 0), Virbalas (10:55 / 1 / 1 / 1), Gintvainis (20:36 / 2 / 2 / 0)

Zweier Gotha: 24 von 40 (60 Prozent)

Zweier Jena: 15 von 42 (36 Prozent)

Dreier Gotha: 4 von 18 (22 Prozent)

Dreier Jena: 5 von 25 (20 Prozent)

Freiwürfe Gotha: 22 von 29 (76 Prozent)

Freiwürfe Jena: 9 von 16 (56 Prozent)

Rebounds Gotha: 46 (11 Offense / 35 Defense)

Rebounds Jena: 40 (16 / 24)

Assists Gotha: 16

Assists Jena: 5

Ballverluste Gotha: 15

Ballverluste Jena: 15

Ballgewinne Gotha: 6

Ballgewinne Jena: 3

Zuschauer: 1742 (ausverkauft)

Bilder-Galerie zum Spiel.

Spielbericht von Science City Jena.