Testspiel-Auftakt mit Alleyoop am Ende

Das Beste kam zum Schluss und macht Lust auf mehr. Denn die letzte Aktion im ersten Testspiel der Oettinger Rockets Gotha war zugleich die spektakulärste der gesamten Partie bei den MTV Wolfenbüttel Herzöge (2. Bundesliga ProB). Wenige Sekunden vor der Schlusssirene spielte Trayvon Lathan einen perfekt getimten Alleyoop-Pass: Torvoris Baker ging in die Luft, nahm den Ball dankend an und schloss dunkend ab.

Die Punkte des US-Boys waren die letzten der Begegnung am Freitag – kurz darauf war Feierabend. Gotha gewann das faire und sehr gut besuchte Testspiel mit 83:59 (45:25). Die 15 mitgereisten Fans der Rockets waren’s zufrieden, Head Coach Marko Simic nicht ganz. „Es war eine Partie mit Licht und Schatten“, sagte der ehrgeizige Schweizer unmittelbar nach dem Spiel. „Die Intensität war phasenweise in Ordnung, aber insgesamt haben wir den Ball zu oft verloren – natürlich auch, weil die nötige Abstimmung noch fehlt. Was mir aber schon richtig gut gefallen hat: Die Jungs haben gleich im ersten Spiel immer den freien Mitspieler gesucht und den Ball schnell bewegt.“

Nach den intensiven Vorbereitungswochen, in denen das Grundlagentraining zumeist im Vordergrund stand, war den Gothaern von Anbeginn anzumerken, dass sie heiß aufs Spielen sind. Besonders deutlich wurde das in den Anfangsminuten. Nachdem die Hausherren die ersten Punkte der Partie markiert hatten, gab Marko Simic gleich beim ersten Angriff seines Teams mit einer energischen Anweisung die Richtung vor: „Push!!!“ Sekunden später glich Trayvon Lathan aus: mit einem Dunking. Kurz darauf war Albert Kuppe zur Stelle und versenkte den ersten Dreier (6:6/3.). Dann stopfte Leo Niebuhr den Ball durch den Ring (8:8/4.), ehe „AK 47“ erneut aus der Distanz erfolgreich war (8:11 /4.). Leider zog sich Chase Griffin in dieser Phase eine leichte Zerrung zu, so dass die Rockets-Premiere für ihn frühzeitig beendet war.

In der Folge spielte sich Gotha einen 10-Punkte-Vorspung heraus, der im zweiten Viertel kontinuierlich ausgebaut wurde. Doch die klare Führung wirkte sich nicht positiv auf das Spiel der Gäste aus: Nach dem Seitenwechsel war phasenweise die Luft raus. Dennoch konnten die Rockets mit weiteren gelungenen Aktionen glänzen: Etwa als Jan Lipke zu Beginn des dritten Viertels den Ball kurz vor der Mittellinie eroberte, seinen Gegenspieler mit einem unwiderstehlichen Antritt stehenließ und den Fastbreak mit einem Dunking (29:49/22.) krönte. Und wie geschrieben: Das Beste kam ja erst am Schluss! 

Auch deshalb fiel Marko Simics Fazit letztlich optimistisch aus: „Für den Anfang war das im Großen und Ganzen nicht schlecht. Aber wir haben noch sehr viel Luft nach oben!“

Apropos: Seit heute schnuppern die Rockets Höhenluft. Im Sportpark Rabenberg im Erzgebirge absolvieren sie ein sechstägiges Trainingslager. Dort verpasste Marko Simic seinem Team bereits im Vorjahr den „Feinschliff“ für eine Saison, die schließlich mit dem Aufstieg und somit dort endete, wo die neue Spielzeit in wenigen Tagen beginnt: in der 2. Bundesliga ProA.

Oettinger Rockets Gotha: Smith (5 Punkte), Watson (5), Niebuhr (7), Kuppe (18), Lathan (13), Schaffrath (7), Baker (12), Selvig (5), Lipke (11), Griffin (0)

Viertel: 12:22 / 13:23 / 18:19 / 16:19

Zur BiG-Bilder-Galerie vom Spiel in Wolfenbüttel.