Ivan Pavic im Gespräch über seinen ersten Auftritt als Head Coach der Oettinger Rockets

Der Einstand von Ivan Pavic als Head Coach der Oettinger Rockets ist nicht gelungen. Sie verloren ihr wichtiges Heimspiel in der Messe Erfurt am vergangenen Donnerstag gegen Heidelberg mit 86:98 – und rutschten aus den Play-Off-Rängen. Grund genug, mit dem neuen Head Coach über eine turbulente Woche zu reden.

 

Herr Pavic, mit welchem Gefühl sind Sie in Ihr erstes Spiel für die Oettinger Rockets gegangen?

 

Ich hatte eigentlich ein sehr positives Gefühl. Die Mannschaft hat sich im Training sehr aggressiv gezeigt. Diese harte Gangart haben die Spieler zu Beginn des Spiels auch auf das Parkett gebracht. Gegen Ende der ersten Halbzeit ist uns dann etwas die Luft ausgegangen. Aber jeder, der erwartet hat, dass die Mannschaft den Trainerwechsel so kurzfristig einfach wegsteckt, kennt — so glaube ich – den Profisport nicht.

 

Woran machen Sie die Niederlage fest?

 

Wir haben es in der zweiten Hälfte nicht mehr geschafft, eine ordentliche Verteidigung zu spielen. Wenn da die gegnerische Mannschaft 59 Punkte macht, brauchen wir über nichts anderes zu reden.

 

Dabei hatten Sie im dritten Viertel erstmalig zehn Punkte Vorsprung.

 

Stimmt, wir hatten zweimal die Möglichkeit wegzuziehen. In diesen Phasen haben wir viele Möglichkeiten liegen lassen und dumme Fouls kassiert. Heidelberg hat sehr gut von der Freiwurflinie getroffen und so haben wir die Führung wieder hergeschenkt. Ja, und dann wurden die Beine immer schwerer.

 

Wechseln wir das Thema: Wie haben Sie die Stimmung in der Halle empfunden?

 

Ich empfand die Stimmung als gut – und habe mich darüber gefreut.

 

Bleiben wir beim Thema Stimmung: Haben Sie die sozialen Medien verfolgt?

 

Ja, am Rande natürlich schon. Es ist ohne Zweifel auch für die Fans nicht immer einfach, wenn ein Trainerwechsel ansteht.

 

Das haben wir weniger gemeint: Vielmehr kam dabei auch Ihre Vergangenheit zur Sprache.

 

Sie meinen die Verurteilung wegen Wettbetrugs?

 

Genau.

 

Was wollen Sie wissen?

 

Es gibt Fans, die Sie als verurteilten Wettbetrüger bezeichnen?

 

Das lässt sich nicht vermeiden. Fakt ist, dass der Bundesgerichtshof die ersten Urteile aufgehoben hatte. Doch die Kosten für die Verfahren haben mich ausgezehrt. Deshalb habe ich einem Deal der Staatsanwaltschaft zugestimmt. Eine Verurteilung auf Bewährung gegen die Einstellung des Verfahrens. Dass mich manche als Wettbetrüger bezeichnen, damit muss ich leben. Aber wissen Sie, was mich wurmt?

 

Erzählen Sie es uns…

 

In Bamberg – und ich bin in der Gegend eine bekannte Person – ist das seit Jahren kein Thema mehr. Seit Jahren! Es gab auch keine Sanktionen vom Basketballverband. Und nach dem Urteil habe ich mir bei meiner Arbeit – unter anderem in Baunach – nichts zu Schulden kommen lassen. Deshalb überrascht es mich, dass es jetzt wieder hoch kocht. Aber damit muss ich leben. Ich kann nur versichern: Ich danke den Oettinger Rockets für ihr Vertrauen und werde alles geben, um dieses zu rechtfertigen.

 

Glauben Sie, das dies gelingt? Profisport lebt vom Fairplay und von der Integrität – und das sind Werte, für die auch die Oettinger Rockets stehen.

 

Das ist mir bewusst. Und ich stehe zu diesen Werten, das können Sie mir glauben. Und ich bin dankbar für diese Chance, die mir die Rockets geben.

 

Zurück zum Sport: Worauf kommt es für Sie nun im Training an?

 

Wir werden weiter hart und aggressiv trainieren und nicht zuletzt auch körperlich an uns arbeiten. Außerdem müssen wir eine klare Struktur in die Verteidigung bringen. Wenn alles klappt, haben wir noch zwei Testspiele bis zum nächsten Spiel gegen Hanau am 14. Februar. Die werden allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Mit den Testspielen halten wir die Intensität hoch, um den maximalen Erfolg aus den verbleibenden Spielen zu holen.