Oettinger Rockets siegen in attraktivem Basketballspiel gegen die Römerstrom Gladiators Trier

Am vergangenen Freitag haben die Oettinger Rockets eines ihrer bisher besten Spiele in der Messe Erfurt abgeliefert. Das Zeitpunkt war perfekt: Vor rund 2900 Zuschauern – so viele hatten noch nie ein Punktspiel der Raketen live gesehen – gewannen sie gegen die Römerstrom Gladiators Trier. Das Endergebnis am 16. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga ProA lautet 95:76.

 

„Das war ein verdienter Sieg, da gibt es gar keine Diskussion“, sagte Gäste-Coach Marco van den Berg nach der Partie. Der Niederländer auf Seiten der Gladiatoren musste mit ansehen, wie die Hausherren mit Tempo, Einsatz und Treffsicherheit begannen. Dane Watts eröffnete die Punktejagd direkt mit einem Dreier. „Er hat sehr schnell seinen Rhythmus gefunden. Ich denke, insgesamt hat der Verein mit der Verpflichtung von Dane Watts einen großen Schritt gemacht“, findet Marco van den Berg. Nach diesem Spiel ist solch eine Aussage allerdings kein Wunder. Watts brachte es auf 22 Punkte, 6 Rebounds und 6 Assists. Nicht zuletzt seinetwegen „musste ich auf Zonenverteidigung umstellen. Obwohl ich das hasse“, so van den Berg wörtlich.

 

Nur einer konnte noch mehr Zählbares auf die Anzeigetafel bringen: Jacob Parker holte ganze 25 Punkte – und das bei 83 Prozent Feldwurfquote. Er hatte seinen großen Auftritt, als das Spiel nach dem ersten (24:18) und dem zweiten Viertel (19:23) zur Halbzeit noch sehr ausgeglichen war (43:41).

 

Zu Beginn der zweiten Hälfte brach die beeindruckende Phase des Jacob Parker an. „Er hat damit das komplette Spiel verändert“, lobt Chris Ensminger, Head Coach der Oettinger Rockets. Innerhalb von drei Minuten und drei Sekunden holte Parker 13 Zähler! In dieser Zeit traf er drei Dreier und zwei Zweier. Jeder Wurf ein Treffer. Nach Parkers Dreiminuten-Auftritt führten die Oettinger Rockets mit elf Punkten (56:45).

 

Erst Ende des dritten und Anfang des vierten Viertels konnten sich die Gladiatoren davon erholen. Die Gäste brachten einen 9:0-Lauf auf das Parkett und waren beim Stand von 67:62 wieder auf fünf Punkte dran.

 

Da die Raketen in den zweiten 20 Minuten allerdings erneut „zu Hause“ über 50 Punkte holten, war die Trierer Aufholjagd letztendlich gegenstandslos. Das dritte Viertel endete 24:17, das letzte 28:18. „Das ist nicht normal. Eigentlich holst du die meisten Punkten im ersten Viertel. Aber wir sind in guter physischer Verfassung und können auch spät in der Partie schnell spielen“, erklärt Chris Ensminger.

 

Das schnelle Spiel, das ansonsten bisher mäßig funktionierte, hat den Raketen in dieser Partie viele leichte Punkte beschert. „Das fordere ich immer von den Jungs. Heute hat es wirklich mal sehr gut geklappt“, so der Head Coach.

 

Auch für Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Oettinger Rockets, war diese Spielweise „ein Schritt in die richtige Richtung“. Er hatte zuvor generell mehr Biss und Geschwindigkeit im Umkehrspiel gefordert.

 

Bei den Römerstrom Gladiators Trier fehlten verletzungsbedingt Simon Schmitz, John Eggleston und Kilian Dietz. Das sei aber keine Ausrede, machte Marco van den Berg deutlich. Die Oettinger Rockets mussten auf ihren Guard Janek Schmidkunz verzichten. Mit einer gebrochenen Hand wird er bis zu sechs Wochen fehlen.

 

Schmidkunz kommt normalerweise sehr treffsicher von der Bank. Ähnlich wie der starke Elijah Allen, der mit 10 Punkten bei 100 Prozent Wurfquote glänzte. Die Statistiken vom gesamten Team stimmten gegen Trier: Sie trafen 9 von 19 Dreiern, 59 Prozent Zweier und spielten 25 Assists bei nur sechs Fehlpässen beziehungsweise Ballverlusten.

 

„Die ganze Partie war eine gute Antwort auf das Schlafmützen-Spiel in Crailsheim vergangene Woche“, meint Chris Ensminger. „Es ist ein verfrühtes, aber sehr schönes Weihnachtsgeschenk – für mich, die Spieler, den Verein und natürlich für die Fans, die heute unglaublich laut waren!“ Das ist auch Marco van den Berg aufgefallen: „Die Atmosphäre war wunderschön. Respekt.“ Er bringt es auf den Punkt: „Die Stimmung hier ist BBL-tauglich!“

 

Ensminger hofft, dass „viele, viele Fans am 7. Januar mit nach Chemnitz zum Derby fahren. Auswärts finden wir nämlich nicht so schnell ins Spiel. Wer weiß, vielleicht brauchen wir ja wirklich die Unterstützung von den Tribünen“.

 

Zuvor wünschte der Head Coach allen Unterstützern der Oettinger Rockets und dem gesamten Verein ein frohes Fest, besinnliche Stunden und einen guten Rutsch ins hoffentlich erfolgreiche Basketball-Jahr 2017.