Spitzenreiter siegt souverän

Es war in mehrfacher Hinsicht eine denkwürdige Partie, die sich die Oettinger Rockets Gotha und der SC Rasta Vechta am Sonntag in der ausverkauften „Blauen Hölle“ lieferten. Deutlich wurde das unter anderem beim Auftakt der obligatorischen Pressekonferenz nach dem Spiel. Dort servierte Rockets-Coach Christoph Nicol seinem Vechtaer Kollegen Pat Elzie zunächst ein frisch gezapftes Oettinger Pils und gratulierte ihm dann zum verdienten Sieg. Denn Elzies Mannschaft hatte im Duell der beiden Aufsteiger mit 106:95 (63:46) die Oberhand behalten. Während Vechta die Tabelle weiter anführt, ging es für die Rockets nach dem Erfolg vom Freitag wieder zwei Plätze abwärts. Drei Spieltage vor dem Abschluss der Hauptrunde liegt das BiG-Team auf Rang 14.

Allerdings hielt sich die Enttäuschung über die Niederlage gegen den Spitzenreiter in Grenzen. „Wir haben in der Offense eine starke Leistung gezeigt, in der Defense lief’s leider nicht ganz so rund“, sagte Christoph Nicol, der ein erneutes Mal auf Leo Niebuhr (Bronchitis) verzichten und deshalb mit acht Spielern auskommen musste. Zwar saß Jan Lipke erstmals seit Ende Januar wieder auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz.

Unterm Strich ist Christoph Nicol mit der Ausbeute vom Wochenende aber zufrieden: „Wir haben an diesem schweren Doppelspieltag einen ganz wichtigen Sieg in Karlsruhe errungen – das hatten uns einige nicht zugetraut.“

Von Anbeginn lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch auf dem Spielfeld und die befreundeten Rockets- und Rasta-Fans ein stimmungsvolles Duell auf den Rängen. Den besseren Start erwischten die Gothaer: Joleik Schaffrath markierte die ersten Punkte der Partie, kurz darauf erhöhte Torvoris Baker mit einem Dunking auf 4:0. Allerdings zeigte sich Vechta keineswegs geschockt – die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der Folge wechselte die Führung einige Male. Erst gen Ende des ersten Viertels konnte sich Vechta leicht absetzen.

Im zweiten Durchgang stellten die Gäste dann die Weichen auf Sieg. Speziell in diesem Abschnitt traf Vechta überragend – vor allem von außen. So hatte der Spitzenreiter bis zur Pause bereits zehn seiner insgesamt 13 Dreier versenkt. Allein vier gingen auf das Konto von Corey Hassan, der Mitte des zweiten Viertels acht Punkte in Folge markierte und dem Rasta-Team erstmals einen zweistelligen Vorsprung bescherte (30:42 / 14.). Diese Führung baute Vechta kontinuierlich aus – kurz vor dem Ende des dritten Abschnitts betrug sie 26 Punkte (61:87 / 29.).

Obwohl die Lage aussichtslos schien, läuteten die Rockets im Schlussdurchgang die Aufholjagd ein. Punkt für Punkt kämpften sie sich heran und drückten den Rückstand nach einem erfolgreichen Dreier von Jonathan Person noch einmal in den einstelligen Bereich (93:102/40.).

„Unsere Aufholjagd haben wir leider etwas zu spät gestartet – wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn wir schon im dritten Viertel so aufgedreht hätten“, sinnierte Christoph Nicol am Ende, machte seinen Schützlingen aber keinen Vorwurf. „In manchen Situationen hat man schon gemerkt, dass uns das Freitagspiel noch in den Knochen steckt.“

Ungeachtet dessen zeigte der SC Rasta Vechta, warum er die Tabelle der ProA anführt. Die Gäste spielten wie ein Spitzen-Team und aus einem Guss. Selbst als es kurz vor Ultimo eng wurde, bewahrten sie die Ruhe. So wurde Richard Williams in der Crunch-Time dreimal an die Freiwurflinie geschickt – alle sechs Versuche verwandelte er sicher. Letztlich glänzte Vechta mit einer Freiwurf-Quote von 100 Prozent (17 von 17). Hingegen kam Gotha lediglich auf 62 Prozent (18 von 29).

Derweil wurde Pat Elzie bei der Pressekonferenz gefragt, wohin die Reise für Vechta in dieser Saison noch gehen soll. Der Trainer antwortete lächelnd: „Wir sind Sportler und wollen immer das Beste erreichen!“ Mit anderen Worten: Wenn sich in den Playoffs die Chance zum Aufstieg in die BBL bietet, dann will Vechta sie auch nutzen.

Freilich weiß Pat Elzie, dass es bis zu einem möglichen Aufstieg noch ein weiter und vor allem schwerer Weg ist. Also schob er ganz locker hinterher: „Wenn der Sprung in die BBL nicht klappen sollte, wäre das aber kein Beinbruch. Ich komme auch sehr gerne wieder nach Gotha!“

Oettinger Rockets Gotha – SC Rasta Vechta 95:106 (46:63)

Viertel: 24:30 / 22:33 / 18:24 / 31:19

Oettinger Rockets Gotha: Person (22 Punkte / 5 von 5 Freiwürfen / 3 Dreier), Griffin (26 / 4 von 5 / 6), Watson (12 / 1 von 2 / 3), Kreis (2), Schaffrath (5 / 1 von 5), Baker (19 / 5 von 6), Selvig (5 / – / 1), Lipke (nicht eingesetzt), Kuppe (4 / 2 von 6)

SC Rasta Vechta: Williams (14 / 6 von 6 / 2), Hassan (23 / 2 von 2 / 5), Doerksen (19 / 2 von 2 /1), Jarchow (2), Krause (2), Fumey (12), Stückemann (11 / – / 3), Heitzhausen (3 / – / 1), Mädrich (nicht eingesetzt), Rudowitz (11 / 3 von 3), Ferguson (9 / 4 von 4 / 1)

Zweier Gotha: 19 von 40 (48 %)

Zweier Vechta: 25 von 46 (54 %)

Dreier Gotha: 13 von 24 (54 %)

Dreier Vechta: 13 von 29 (45 %)

Freiwürfe Gotha: 18 von 29 (62 %)

Freiwürfe Vechta: 17 von 17 (100 %)

Rebounds Gotha: 32 (11 Offense / 21 Defense)

Rebounds Vechta: 41 (15 / 26)

Assists Gotha: 16

Assists Vechta: 19

Turnover Gotha: 15

Turnover Vechta: 10

Zuschauer: 1500

Spielbericht des SC Rasta Vechta.