Oettinger Rockets holen zwei Punkte im Auswärtsspiel gegen Essen

Die Oettinger Rockets haben am vergangenen Samstag mit 85:81 in Essen gewonnen. Die Gastgeber standen schon vor dem Spiel als Absteiger fest. Tabellarisch hat der Auswärtssieg keine Auswirkung. Als Siebter treffen die Raketen in der ersten Runde der Play-Offs auf den Tabellenzweiten Crailsheim Merlins.

1975 waren die ETB Wohnbau Baskets – damals noch als ETB SW Essen – Gründungsmitglied der 2. Basketball-Bundesliga, die damals noch in eine Nord- und eine Süd-Staffel unterteilt war. Später folgten zehn Jahre unter Head Coach Igor Krizanovic, neun von ihnen in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. Damit ist nun Schluss. Wie es mit Coach Krizanovic weitergeht, oder auch mit Jannik Lodders, der vor der Saison von den Raketen nach Essen wechselte, ist noch unklar. Fest steht: Die ETB Wohnbau Baskets Essen spielen in der kommenden Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProB.

Sie haben sich jedoch sehr anständig aus der ProA verabschiedet und einem Play-Off-Team die Stirn geboten. Immerhin konnten sie über die Hälfte des zweiten Viertels die Führung behaupten und lagen gegen Ende des dritten Spielabschnittes noch mal knapp vorn. Die Gastgeber waren höchstens mit elf Punkten hinten (62:73) und zogen selbst einmal auf acht Punkte weg (37:29). Allerdings konnten die Wohnbau Baskets nur ein Viertel gewinnen (23:25 / 21:23 / 18:21 / 19:16). Das ist dann doch zu wenig gegen die Oettinger Rockets, die augenscheinlich auf den rechten Weg zurückgefunden haben.

Von den vorherigen drei Spielen konnten sie keines gewinnen. Der Beweis, dass Siegen doch noch möglich ist, hat für die Raketen so knapp vor den Play-Offs einen hohen moralischen Wert. Weil auch Trier „seine Hausaufgaben“ gegen Baunach erledigt hat, bleiben die Oettinger Rockets auf dem siebten Tabellenplatz.

Bezüglich der drei angesprochenen Niederlagen in Folge war Kritik – auch aus dem eigenen Lager – die Einstellung betreffend lauter geworden. „Mehr Biss und Aggressivität“ hatte beispielsweise Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung, gefordert. In fremder Halle, vor wenig eigenen Fans, wo es mit der Motivation hapern kann, war jedenfalls eine Steigerung zu spüren. Es ist noch nicht die absolute Play-Off-Emotion, aber die soll noch kommen. „Wir werden die Jungs kämpfen sehen“, ist sich Ivan Pavic sicher.

Biss, Fokus, Zusammenhalt – das sind zentrale Themen, denen sich die Oettinger Rockets vor allem für die Verteidigung noch mehr annehmen müssen. 85 Punkte in fremder Halle sind in Ordnung. Oder aus anderem Blickwinkel: Bei allem Respekt, aber 81 Punkte von einem Absteiger sind zu viel.

Offensiv nahm Darrel Mitchell das Heft des Handelns in die Hand. Er trumpfte mit 21 Punkten und sechs direkten Korbvorlagen auf. Seit seiner Ankunft in Thüringen gegen Ende des vergangenen Jahres zeigte er mit Abstand die größte Entwicklung aller Spieler. Ein Beispiel für seine Form: In den fünf Spielen seit März wurden einmal Hicks, einmal Watts und dreimal Mitchell als Top-Scorer des eigenen Teams gelistet. Dabei liegt sein Talent eigentlich mehr im „Strippenziehen“ und Passverhalten. Nachdem ihn einige Fans zu Beginn seiner Zeit in blau und weiß schon als Fehleinkauf benannt haben, ist er nun der Hoffnungsträger für die Play-Offs.

In dieser Endrunde geht es nun erst einmal gegen Crailsheim. Um gegen den Tabellenzweiten und BBL-Absteiger in maximal fünf Spielen zu bestehen, brauchen die Raketen ein konstant hohes emotionales Level. Wenn sie diese Sieger-Mentalität in den Kopf bekommen, von dort in die Beine und von dort aufs Parkett – dann haben sie eine echte Chance gegen den Aufstiegsanwärter. Die Qualität ist nicht nur laut Wolfgang Heyder nach wie vor vorhanden. Sollten die Spieler die Einstellung nicht finden, dann wird es nur noch ein Spiel in der Messehalle Erfurt geben.

Die erste Play-Off-Begegnung ist am 7. April in Crailsheim, die zweite am Sonntag, 9. April, um 17 Uhr in der Erfurter Messehalle. Ein potenzielles viertes Spiel findet am Samstag, 15. April statt. Dieses beginnt dann um 18 Uhr.