Rockets verpflichten Marvin Boadu

Die Liste der Langzeitverletzten ist leider lang und die der einsatzfähigen deutschen Spieler im Hinblick auf die Ausländerregelung* zu kurz: Deshalb haben die Oettinger Rockets Gotha jetzt gehandelt. Einen Tag vor Abschluss der Wechselfrist in der 2. Bundesliga ProA am morgigen Freitag wurde mit Marvin Boadu ein flexibel einsetzbarer deutscher Spieler verpflichtet.

„Ich bin sehr froh, dass Marvin Boadu zu uns kommt – er verschafft uns vor allem mehr Spielraum auf den deutschen Spots“, sagt Rockets-Coach Chris Ensminger. „Marvin hat bereits einige Jahre in der 2. Bundesliga gespielt, bringt also allerhand Erfahrung mit. Er ist zudem sehr flexibel einsetzbar, hat ein feines Ball-Handling und kann gut verteidigen.“

Zwar wird Marvin Boadu bereits morgen in Gotha erwartet. Beim Heimspiel gegen die Gießen 46ers am Samstag wird der 24-Jährige jedoch noch nicht für seine neue Mannschaft auflaufen. Die Vorbereitungszeit wäre schlicht zu kurz.

Der 1,93-Meter-Mann, dessen Markenzeichen Tattoos und Rasta-Frisur sind, war zuletzt bei ProA-Neuling Otto Baskets Magdeburg unter Vertrag. Dort kam er in den letzten Begegnungen nicht zum Zug – in dieser Woche erfolgte die Trennung im beiderseitigen Einvernehmen.

Viele Fans der Rockets verbinden mit Marvin Boadu gute Erinnerungen. Er zählte in der Saison 2011/2012 zur Mannschaft des SC Rasta Vechta. Gegen den Nord-Staffelmeister der ProB bestritten die Rockets das Finale der Playoffs. Doch obwohl die Gothaer in beiden Partien dieser stimmungsvollen Serie die Oberhand behielten, konnten am Ende beide Teams gemeinsam und ausgelassen den Aufstieg in die ProA feiern.

Dieses Happening war zugleich der Beginn einer Fan-Freundschaft, die mit spielerischer Leichtigkeit die Distanz von knapp 400 Kilometern überbrückt. Beleg: Beim übernächsten Auswärtsspiel in Göttingen (Sonntag, 16. Februar / Tip-Off: 17 Uhr) dürfen die Rockets und Marvin Boadu auch auf die Unterstützung vom Fanclub „Klettverschluss“ aus Vechta zählen.

Herzlich willkommen in Gotha, Marvin Boadu!

Die Ausländerregelung für die ProA besagt, dass für jedes Team in jeder Partie ununterbrochen zwei deutsche Spieler auf dem Parkett stehen müssen: Es dürfen auch mehr sein, aber nicht weniger.