Rockets und 1129 Fans feiern Auftaktsieg

Historischer Moment für Basketball in Gotha! Beim ersten Punktspiel in der 2. Bundesliga ProA wurde gestern erstmals überhaupt in der BiG-Geschichte die 1000-Zuschauer-Marke geknackt. Insgesamt 1129 Gäste säumten das Spielfeld in der „Blauen Hölle“. Sie alle sahen ein packendes Aufsteiger-Duell zwischen den Oettinger Rockets Gotha und den Uni-Riesen Leipzig, in dem die Heimmannschaft die Oberhand behielt. Letztlich gewannen die Gothaer das wichtige Auftaktspiel gegen die Sachsen mit 88:84 (47:47).

Auf den Andrang, die Stimmung, die Spannung und den Ausgang bezogen darf der Start durchaus als Auftakt nach Maß bezeichnet werden. Hingegen lief spielerisch nicht alles rund. Das räumte Head Coach Marko Simic unmittelbar nach dem Spiel ein und gratulierte seinem Kollegen Ivan Vojtko und dessen Mannschaft zu einer starken Vorstellung. „Die Uni-Riesen haben uns das Leben verdammt schwer gemacht, so dass wir das, was wir uns vorgenommen hatten, nur bedingt umsetzen konnten“, sagte der Schweizer. „Wenngleich für uns am Ende nur der Sieg zählt, wissen wir natürlich, dass wir viel besser spielen können, weiter hart arbeiten müssen und noch jede Menge Luft nach oben haben. Das wollen wir schon am nächsten Mittwoch bei den Finke Baskets in Paderborn beweisen!“

Von Anbeginn lieferten sich die Messestädter und die Rockets einen munteren Schlagabtausch, bei dem lange Zeit offen war, wer das bessere Ende auf seiner Seite haben würde. Das lag einerseits daran, dass die Gäste, die im Vorfeld der Auftaktpartie mit großen „internen Problemen“ (O-Ton Ivan Vojtko) zu kämpfen hatten, befreit aufspielten und sich gegenüber den letzten Vorbereitungsspielen deutlich steigerten. Andererseits konnten die Rockets ihre Stärken nicht wie gewünscht ausspielen. Besonders deutlich wurde das vor allem in den ersten beiden Vierteln und in der Defense. Zu oft wurden den Leipzigern um den Ex-Gothaer Kevin Schaffartzik einfache Punkte genehmigt – und das spiegelte sich in den Zwischenständen wider. So lagen die Sachsen vor der Halbzeit fast durchweg knapp in Führung, erst in den letzten Sekunden des zweiten Viertels erzielte Ahmad Smith den Ausgleich zum 47:47.

Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Gothaer zwar. Doch obwohl sie sich nach einem erfolgreichen Dreier von Jan Lipke zu Beginn des Schlussdurchgangs erstmals auf 10 Punkte abgesetzt hatten (79:69 / 31.), wurde es noch einmal eng. Kurz vor Ultimo hatte der Gegner sogar noch die Möglichkeit, die Overtime zu erzwingen. Auch wenn das nicht gelang und ihn die vergebene Chance wurmte, sagte Gäste-Coach Ivan Vojtko am Ende: „Der Sieg für die Gothaer geht in Ordnung. Sie waren der Favorit und dem haben wir sehr gut Paroli geboten. Für unsere Verhältnisse haben wir das Maximale herausgeholt. Ich bin zufrieden!“

Zufrieden waren auch die Zuschauer. Sie kamen voll auf ihre Kosten, sahen eine „BiGeisternde“ Begegnung, in der beide Seiten bis zum Umfallen kämpften und auch spielerische Highlights boten. Zwei der spektakulärsten Szenen der Partie spielten sich im dritten Viertel innerhalb von 25 Sekunden ab. Zunächst eroberte Jan Lipke den Ball an der Mittellinie, spurtete allen davon und schloss den Spielzug mit einem krachenden Dunking ab (60:57 / 24.). Der Jubel über diese Aktion war noch nicht ansatzweise verhallt, da schloss Torvoris Baker den nächsten Fastbreak mit einem weiteren Dunking ab (62:57 / 24.). Für viele Besucher in der „Blauen Hölle“ waren das spielentscheidende Szenen.

Zu einer etwas anderen Einschätzung kamen die beiden Trainer. Für sie waren vor allem die Ausbeute bei den Offensiv-Rebounds und die Anzahl der Assists ausschlaggebend. In beiden Kategorien hatten die Gothaer die Nase deutlich vorne. Maßgeblichen Anteil daran besaß Ahmad Smith. Der neue Kapitän der Rockets steuerte 11 Rebounds und 8 Assists bei und war letztlich der effektivste Spieler seiner Mannschaft.

Zum besten Mann der Partie kürte Marko Simic indes den berühmten „sechsten Mann“. „Die Fans haben uns heute förmlich zum Sieg getragen – die Stimmung in der ,Blauen Hölle’ war einmalig. Der Hammer!“

Oettinger Rockets Gotha: Smith (7 Punkte / 2 von 3 Freiwürfen / 1 Dreier / 8 Assists / 11 Rebounds), Griffin (15 / 2 von 2 / 3 Dreier), Watson (3 / 1 Dreier), Niebuhr (9 / 2 von 4 / 1 Dreier), Kreis (nicht eingesetzt), Lathan (11 / 1 von 3), Schaffrath (8 / 0 von 1), Baker (10 / 7 Rebounds), Selvig (nicht eingesetzt), Lipke (20 / 3 von 4 / 1 Dreier), Kuppe (5 / 1 Dreier)

Viertel: 19:22 / 28:25 / 28:22 / 13:15

Dreier Gotha: 10 von 27 (37 Prozent)   |   Dreier Leipzig: 7 von 15 (47 Prozent)

Freiwürfe Gotha: 10 von 17 (59 Prozent)   |   Freiwürfe Leipzig: 15 von 20 (75 Prozent)

Rebounds Gotha: 36 (16 Offense / 20 Defense)   |   Rebounds Leipzig: 29 (8 / 21)

Assists Gotha: 17   |   Assists Leipzig: 8

BiG-Bilder-Galerie zum Saisonauftakt.

Spielbericht der Uni-Riesen Leipzig.