Rockets starten mit furiosem Comeback-Sieg

Wo ein Will(e) ist, ist auch ein Weg! Getreu diesem Motto sind die Oettinger Rockets Gotha gestern erfolgreich in die Playoffs gestartet. Die Mannschaft von Head Coach Chris Ensminger triumphierte zum Auftakt der thüringen-internen Viertelfinal-Serie gegen Science City Jena in der ausverkauften Sparkassen-Arena mit 75:65 (32:46).

Turm in der Schlacht und Matchwinner war Center Will Reinke, der 24 Punkte (persönlicher Saison-Rekord) erzielte, unermüdlich rackerte und vor allem in der entscheidenden Phase wichtige Akzente setzte. Somit hatte er maßgeblichen Anteil an einem Erfolg, der in der Halbzeitpause noch in weiter Ferne lag.

Denn ausschlaggebend für den ersten Auswärtssieg in einem Playoff-Spiel seit dem Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProA im Jahr 2012, der zugleich den einzigen Erfolg „on the road“ zum Auftakt der aktuellen Aufstiegsrunde markiert, war eine deutliche Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel gepaart mit dem starken Support von 400 mitgereisten Gothaer Fans. Sie verbreiteten einmal mehr Heimspiel-Atmosphäre in der Fremde und feierten am Ende ausgelassen mit dem Team.

Zu Beginn der Begegnung deutete jedoch wenig auf ein Happy End hin. Schnell konnten die Hausherren das Geschehen an sich reißen. Wegweisend waren dabei zwei Dreier von Wayne Bernard innerhalb weniger Sekunden zum 12:6 (5.). Diesen Vorsprung bauten die Jenaer in der Folge aus. Anfangs des zweiten Viertels führten sie erstmals zweistellig (23:13 / 11.). Dabei profitierte die Heim-Mannschaft auch davon, dass es für die Gäste nicht richtig rund lief. Deshalb betrug der Rückstand zur Pause 14 Punkte. Darin spiegelte sich vor allem die gute Trefferquote von Science City in der ersten Halbzeit wider (61 Prozent aus dem Feld / Gotha: 42).

Doch ganz offensichtlich drehte das Gothaer Trainer-Gespann in der Pause an den richtigen Stellschrauben. Jedenfalls kamen die Rockets nach dem Seitenwechsel sowohl in der Offense als auch in der Defense wesentlich besser in Fahrt. So starteten sie mit einem Korbleger von Marco Völler (34:46 / 21.) und einem Dreier von Brad Lösing (37:46 / 22.) ins dritte Viertel, in dem sie sich Schritt für Schritt steigern und den Rückstand aufholen konnten. Mehr noch: In den letzten drei Minuten des dritten Abschnitts stellten sie die Weichen mit einem 12:0-Lauf auf Sieg. Just in dieser Phase, als Jena zwei technische Fouls in Folge kassierte (27.), verwandelten die Rockets neun von zehn Freiwürfen. Zwischendurch schoss Albert Kuppe sein Team mit einem Dreier erstmals in diesem intensiven und stimmungsvollen Playoff-Fight in Führung (56:55 / 28.).

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten die Gothaer das Momentum auf ihrer Seite. Zwar lag Jena zu Beginn des Schlussdurchgangs kurzzeitig mit einem Punkt vorne (59:58 / 32.) – doch das sollte zugleich die letzte Führung für Science City an diesem Abend gewesen sein. Denn im Anschluss konnten sich die Rockets erstmals mit mehreren Punkten absetzen. Mit Geschick, Glück und unbändigem Kampfgeist brachten sie diesen Vorsprung nicht „nur“ über die Runden, sondern bauten ihn bis zur Schlusssirene noch auf zehn Punkte aus.

„Das war ein Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten: in der ersten waren wir vielleicht zu nervös, in der zweiten haben wir Charakter bewiesen, uns mit der Unterstützung unserer Fans Stück für Stück zurückgekämpft und letztlich einen sehr wichtigen Sieg gelandet“, sagte Head Coach Chris Ensminger im Anschluss an das Auftaktmatch. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde großartig gefightet hat. Heute freuen wir uns, morgen beginnt die Vorbereitung auf die nächste Partie.“

Nach dem Auftakterfolg liegen die Rockets in der Best-of-five-Serie mit 1:0 in Führung. Die können sie bereits am Ostermontag ausbauen. Denn dann steht in der ausverkauften „Blauen Hölle“ das zweite Spiel gegen Science City Jena auf dem Programm (Tip-Off: 17 Uhr).

Science City Jena – Oettinger Rockets Gotha 65:75 (46:32)

Viertel: 20:13 / 26:19 (46:32) / 11:26 (57:58) / 8:17 (65:75)

Science City Jena: Chones (15:44 Minuten / 4 Punkte / 0 Assists / 3 Rebounds), Reyes-Napoles (24:46 / 9 / 1 / 4), Wank (nicht eingesetzt), Wendt (24:51 / 4 / 1 / 1), Leutloff (11:05 / 4 / 0 / 3), Voigtmann (11:34 / 5 / 0 / 0), Hicks III (23:15 / 10 / 0 / 1), Heber (nicht eingesetzt), Morningstar (20:03 / 11 / 4 / 1), Wolf (19:48 / 4 / 1 / 4), Bernard (31:13 / 8 / 2 / 1), Virbalas (17:41 / 6 / 1 / 7),

Oettinger Rockets Gotha: Guyton (31:30 Minuten / 9 Punkte / 7 Assists / 3 Rebounds), Razis (21:25 / 2 / 3 / 2), Fülle (9:36 / 0 / 0 / 1), Hoffmann (5:07 / 2 / 0 / 3), Kreis (3:40), Harris (9:41 / 1 / 0 / 1), Vest (28:51 / 11 / 0 / 8), Völler (22:17 / 10 / 0 / 4), Reinke (24:56 / 24 / 0 / 5), Lösing (24:58 / 7 / 2 / 4), Kuppe (19:59 / 9 / 0 / 0)

Zweier Jena: 21 von 42 (50 Prozent)

Zweier Gotha: 21 von 36 (58 Prozent)

Dreier Jena: 4 von 17 (24 Prozent)

Dreier Gotha: 3 von 16 (19 Prozent)

Freiwürfe Jena: 11 von 12 (92 Prozent)

Freiwürfe Gotha: 24 von 30 (80 Prozent)

Rebounds Jena: 27 (5 Offense / 22 Defense)

Rebounds Gotha: 37 (9 / 28)

Assists Jena: 10

Assists Gotha: 12

Ballverluste Jena: 16

Ballverluste Gotha: 21

Ballgewinne Jena: 9

Ballgewinne Gotha: 7

Zuschauer: 2750 (ausverkauft)

Impressionen zum Spiel von Christian Bomberg.

Impressionen zum Spiel von Christoph Worsch.

Spielbericht von Science City Jena.