Rockets finden kein Allheilmittel fürs erste Spiel

Mit einer deutlichen Niederlage sind die Oettinger Rockets ins Playoff-Halbfinale gestartet. Das Team von Chris Ensminger unterlag gestern Abend beim Liga-Primus RASTA Vechta mit 57:94 (31:53). Deshalb konstatierte der Head Coach der Gothaer am Ende der Begegnung im ausverkauften RASTA-Dome ohne Umschweife: „Glückwunsch an Vechta. RASTA war in dieser Partie die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen!“

Die Betonung lag dabei auf den Worten „in dieser Partie“. Schon im nächsten Spiel soll es anders laufen. Denn selbstredend wollen die Rockets am Samstag vor heimischer Kulisse alles daran setzen, den Ausgleich zu erzielen und somit das Minimalziel in der Best-of-Five-Serie gegen die Norddeutschen zu erreichen: ein zweites Heimspiel in der „Blauen Hölle“.

Die gestrige Auftaktpartie stand von vornherein unter ungünstigen Vorzeichen. Denn nach dem Happy End der Playoff-Schlacht gegen die Hamburg Towers lag fast die halbe Mannschaft flach: mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Letztlich mussten die Rockets die Reise nach Vechta ohne Top-Scorer Carlton Guyton und „Gun Man“ Jordan Riewer antreten – weitere Spieler nahmen die Begegnung beim Tabellenersten der Hauptrunde angeschlagen in Angriff. Eine Hypothek, die an diesem Tag nicht kompensiert werden konnte.

Das lag aber auch daran, dass sich RASTA Vechta kaum eine Blöße gab. Die Norddeutschen spielten ihre individuelle Klasse in souveräner Manier aus und landeten am Ende ihren 23. Sieg in Folge. Besonders deutlich spiegelte sich die Überlegenheit in der Zahl der Pässe wider, die direkt zu Punkten führten: Vechta kam auf 30 Assists, Gotha lediglich auf 11.

Wegweisend für den Start-Ziel-Sieg waren die ersten Minuten. Vechtas Top-Scorer Christian Standhardinger brachte sein Team mit sechs Punkten in Folge in Führung, die RASTA bis zur Schlusssirene nicht mehr aus der Hand gab. Hingegen fanden die Rockets nur schwer ins Spiel.

Maßgeblichen Anteil am guten Auftakt der Gastgeber hatte neben Christian Standhardinger der ehemalige Gothaer Travis Warech. Der Small Forward brachte es allein in der ersten Halbzeit auf zehn Punkte bei 100 Prozent Trefferquote. Aber auch Chase Griffin markierte wichtige Punkte: Der Shooting Guard, der zwischen 2012 und 2014 für die Rockets spielte, erzielte unter anderem einen wichtigen Dreier in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit zum 53:31 und schraubte den Vorsprung mit diesem Buzzer Beater erstmals auf mehr als 20 Zähler.

Dass die Rockets dem RASTA-Team durchaus auf Augenhöhe begegnen können, machten sie in den Minuten nach dem Seitenwechsel deutlich. Basem Abdulkader, der erstmals in der Starting Five stand und in der Defense wichtige Akzente setzen konnte, markierte die ersten Punkte im dritten Viertel (33:53 / 21.) und legte so den Grundstein für einen 10:2-Lauf zum 41:55 (25.). Wenig später sorgte dann Delvon Johnson mit einem Alley-oop-Dunk (47:63 / 28.) für eines der Highlights der gesamten Begegnung und eine kurze Ruhepause im RASTA-Dome. Schließlich haben sich die Comeback-Qualitäten der Gothaer auch bis nach Vechta herumgesprochen.

Zwar konnten die Rockets den dritten Abschnitt mit 17:15 gewinnen. Doch für eine Wende reichte es nicht mehr. Schließlich hatte die stark besetzte Mannschaft von RASTA-Coach Andreas Wagner stets eine passende Antwort parat. Folglich wuchs Vechtas Vorsprung im Schlussabschnitt kontinuierlich an.

„Wir haben ein Spiel verloren, aber keineswegs die Serie“, sagte Chris Ensminger nach der Begegnung und richtete den Blick optimistisch voraus. „Am Samstag werden die Karten neu gemischt. Dann haben wir Heimvorteil. Und was wir als Team mit unserem sechsten Mann im Rücken leisten können, haben wir zuletzt im fünften Spiel gegen Hamburg gesehen. Daran möchten wir gerne anknüpfen: auch um uns allen ein weiteres Heimspiel zu bescheren!“

RASTA Vechta – Oettinger Rockets Gotha 94:57 (53:31)

Viertel: 24:14 / 29:17 (53:31) / 15:17 (68:48) / 26:9 (94:57)

RASTA Vechta: Medlock (26:43 Minuten / 14 Punkte / 8 Assists / 5 Rebounds), Griffin (25:28 / 10 / 6 / 2), Lasmanis (2:20), Dunbar (21:31 / 15 / 0 / 1), Warech (16:47 / 14 / 0 / 2), Franke (6:33 / 2 / 1 / 2), Allen (17:57 / 6 / 0 / 3), Lawson (15:59 / 3 / 0 / 5), Obiango (1:42 / 1 / 0 / 1), Gibson (25:29 / 2 / 10 / 3), Standhardinger (23:57 / 14 / 4 / 4), Mackeldanz (15:34 / 13 / 1 / 7)

Oettinger Rockets Gotha: Max DiLeo (16:41 Minuten / 5 Punkte / 1 Assist / 2 Rebounds), Razis (22:28 / 2 / 1 / 4), Abdulkader (12:51 / 3 / 1 / 1), Durant (23:34 / 7 / 4 / 3), Lodders (16:32 / 6 / 0 / 2), Woods (11:02 / 1 / 0 / 0), Johnson (15:01 / 4 / 0 / 2), Lawson (23:50 / 1 / 5), Völler (27:51 / 13 / 2 / 4), Gomila (30:10 / 6 / 1 / 3)

Zweier Vechta: 27 von 42 (64 Prozent)

Zweier Gotha: 13 von 34 (38 Prozent)

Dreier Vechta: 8 von 19 (42 Prozent)

Dreier Gotha: 7 von 22 (32 Prozent)

Freiwürfe Vechta: 16 von 21 (76 Prozent)

Freiwürfe Gotha: 10 von 17 (59 Prozent)

Punkte von der Bank Vechta: 38

Punkte von der Bank Gotha: 30

Rebounds Vechta: 37 (11 Offense / 26 Defense)

Rebounds Gotha: 29 (13 / 16)

Assists Vechta: 30

Assists Gotha: 11

Ballverluste Vechta: 7

Ballverluste Gotha: 15

Ballgewinne Vechta: 9

Ballgewinne Gotha: 4

Zuschauer: 3.140 (69. Mal in Folge ausverkauft)

Spielbericht von RASTA Vechta.

2. Bundesliga ProA – Playoff-Halbfinale – Spiel 2

Samstag 19.00 Uhr, Oettinger Rockets Gotha – RASTA Vechta

(Spielort: Blaue Hölle, Kindleber Straße 138, 99867 Gotha)

2. Bundesliga ProA – Playoff-Halbfinale – Spiel 3

Montag 20.00 Uhr, RASTA Vechta – Oettinger Rockets Gotha

(Spielort Vechta: RASTA Dome, Pariser Straße 8, 49377 Vechta)