Rastas Revanche fürs Meisterstück

Es sollte ein Einstand nach Maß werden für Neno Ašćerić – doch daraus wurde nichts. Drei Tage nach dem Amtsantritt als Head Coach der Oettinger Rockets Gotha endete seine Punktspiel-Premiere mit einer Pleite. Denn das BiG-Team zog gestern Abend im Duell der beiden Aufsteiger beim SC Rasta Vechta mit 72:86 (41:39) klar den Kürzeren. Während Gotha in der Tabelle wieder auf einen Abstiegsplatz (15.) abrutschte, ging’s für Vechta einen Rang aufwärts (4.).

„Das ist erneut eine sehr ärgerliche Niederlage für uns, weil wir keineswegs chancenlos waren und erst gen Ende deutlich auf die Verliererstraße geraten sind“, sagte Björn Snater, Prokurist der BiG GmbH, nach dem Spiel im ausverkaufen Rasta-Dome. Unterm Strich kam er gemeinsam mit Neno Ašćerić zu dem keineswegs neuen Schluss: „Vor uns liegt noch jede Menge Arbeit!“

Mit anderen Worten: Die Suche nach einer klaren Linie und Kontinuität geht weiter.

Ausschlaggebend für den Ausgang der Neuauflage des Playoff-Finales der Saison 2011/2012: Nachdem die Begegnung lange Zeit ausgeglichen verlief, die Führung häufig wechselte und sich keine Seite entscheidend absetzen konnte, verloren die Gäste aus Thüringen am Ende des dritten und zu Beginn des vierten Viertels den Faden. Die Rockets konnten in dieser Phase insgesamt neun Angriffe in Folge nicht erfolgreich abschließen. Innerhalb dieser vier Minuten verloren sie viermal den Ball – zudem verfehlten fünf Würfe das Ziel, dazu zählten vier Dreipunktwürfe. Im Gegenzug schlossen die Hausherren sieben Angriffe in Serie erfolgreich ab. Folglich zogen sie zur Freude ihrer Anhänger von 59:59 (29.) auf 74:59 (33.) davon – die Entscheidung. Denn einerseits gelang es den Gothaern nicht mehr, ins Spiel zurückzufinden. Andererseits ließen die Vechtaer in der verbleibenden Zeit nichts mehr anbrennen.

Somit gelang dem Rasta-Team letztlich die erfolgreiche Revanche für das Meisterstück, das die Gothaer im April dieses Jahres in Vechta geliefert hatten, als sie auch im zweiten Playoff-Finale die Oberhand behielten und anschließend den Titel feiern konnten. Doch spätestens nach dem gestrigen Wiedersehen ist klar: Die Erfolge der vergangenen Saison sind Teil der BiG-Geschichte – nicht weniger und nicht mehr. Jetzt wird’s höchste Zeit, ein neues Kapitel zu schreiben.

Für Gothaer Lichtblicke sorgten derweil einmal mehr Chase Griffin und die mitgereisten Rockets-Fans. Der US-Boy markierte in den ersten beiden Abschnitten 14 Punkte, glänzte mit einer makellosen Dreier-Quote (4 von 4) und war vor allem dann zur Stelle, wenn’s drauf ankam. Allerdings bekam er (zu) schnell Foulprobleme. Auch deshalb konnte er nach dem Seitenwechsel nicht an die starke erste Halbzeit anknüpfen. Derweil boten die 20 mitgereisten Anhänger der Rockets den knapp 1900 Rasta-Fans glänzend Paroli und eine stimmungsvolle Schlacht.

Das wiederum stimmt die Verantwortlichen bei BiG optimistisch für die nächsten Aufgaben. Bereits am nächsten Samstag steigt in der „Blauen Hölle“ das Punktspiel gegen den Nürnberger BC. Dann soll es in heimischen Gefilden einen erfolgreichen Einstand für Neno Ašćerić geben.

SC Rasta Vechta – Oettinger Rockets Gotha 86:72 (39:41)

Viertel: 20:19 / 19:22 / 26:18 / 21:13

Oettinger Rockets Gotha: Smith (6 Punkte), Griffin (14 / 4 Dreier), Watson (nicht eingesetzt), Jackson (0), Niebuhr (8), Kreis (0), Lathan (12), Baker (9 / 1 Dreier), Selvig (5 / 1 Dreier), Lipke (16 / 2 Dreier), Kuppe (2)

SC Rasta Vechta: Williams (13 / 1 Dreier), Hassan (13 / 3 Dreier), Doerksen (19), Jarchow (3), Krause (0), Fumey (6), Stückemann (4), Heitzhausen (0), Adu (nicht eingesetzt), Mädrich (7), Rudowitz (11), Ferguson (10)

Zweier Gotha: 17 von 32 (53 %)

Zweier Vechta: 32 von 52 (62 %)

Dreier Gotha: 8 von 20 (40 %)

Dreier Vechta: 4 von 20 (20 %)

Freiwürfe Gotha: 14 von 20 (70 %)

Freiwürfe Vechta: 10 von 17 (59 %)

Rebounds Gotha: 30 (4 Offense / 26 Defense)

Rebounds Vechta: 41 (17 / 24)

Assists Gotha: 13

Assists Vechta: 23

Turnover Gotha: 17

Turnover Vechta: 11

Zuschauer: 1900

Spielbericht des SC Rasta Vechta.