Oettinger Rockets starten mit einem Sieg in die erste Runde gegen die Crailsheim Merlins

Das war ein Start nach Maß für die Oettinger Rockets. Sie gewannen das erste Play-Off-Spiel am vergangenen Freitag mit 86:77 – und das in der Fremde bei den Crailsheim Merlins. Der Tabellenzweite ist also schon unter Druck, wenn es am Sonntag in der Messe Erfurt ab 17 Uhr ins zweite Spiel geht.

 

„Das war natürlich ein enttäuschender Pay-Off-Beginn für uns“, konstatierte Tuomas Iisalo, Head Coach der Merlins. Der Finne übernahm sein Team vor rund 13 Monaten und hatte eigentlich die Aufgabe, die BBL zu halten. Nach dem Abstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProA wurde das Ziel Wiederaufstieg ausgerufen. Nach einer sehr guten regulären Saison mit nur fünf Niederlagen, ist der Plan nun gefährdet. „Jetzt darf aber auch keiner glauben, dass hier schon irgendetwas erledigt ist“, warnte Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Rockets. So sieht es auch Head Coach Ivan Pavic, der sich sicher ist, „dass sie definitiv mit großer Stärke zurückkommen werden“.

 

Die hat in der Partie bei den Gastgebern in der Arena Hohenlohe gefehlt, was sich schon zu Beginn bemerkbar gemacht hat. „Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, genau wie teilweise in die einzelnen Viertel“, fand Tuomas Iisalo. Schon nach wenigen Minuten führten die Oettinger Rockets nach einem 9:0-Lauf mit 16:8.

 

Nach den ersten zehn Minuten (15:22) begann die schlechteste Phase der Raketen. Sie ließen die Merlins herankommen und noch vor der Halbzeit die Führung übernehmen. Die Gastgeber gewannen den zweiten Spielabschnitt mit zwölf Punkten (26:14) und gingen mit einer insgesamt verdienten Führung von 41:36 in die Pause.

 

Bis dahin machten die Oettinger Rockets einen besseren Eindruck als in den Spielen zuvor. Der Kampf stimmte, jedoch entsprach die Leistung noch nicht der tatsächlichen Qualität der Gäste. Dieser näherten sie sich in der zweiten Hälfte an. In diesen 20 Minuten legten sie 50 Punkte auf und ließen nur 36 zu.

 

„Das war eine kompakte Mannschaftsleistung und man hat den Jungs angesehen, dass sie gewinnen wollen. Trotzdem finde ich, da ist mit unserem Potenzial immer noch Luft nach oben“, so Wolfgang Heyder. Er wünscht sich eine bessere individuelle Verteidigung und weist in der Offensive darauf hin, „dass wir mehr den Korb attackieren sollten“.

 

„Meine Mannschaft hat eine gute kämpferische Leistung gezeigt. Wobei Crailsheim auch nicht seinen besten Tag hatte“, meinte Ivan Pavic. Er ließ fast ausschließlich acht Raketen spielen. Diese kleine Rotation „war heute Zufall. Ich habe einfach gemerkt, dass ich mit diesen Jungs gut fahre“. Dennoch bekamen kurz vor Schluss noch Gomlia, Grof, Durant und Kullamäe ihren Einsatz für die letzten 14 Sekunden.

 

Von den hauptsächlich eingesetzten acht Spielern kamen fünf auf eine zweistellige Punkteausbeute. Mit 16 sammelte David Hicks am meisten. Für Darrel Mitchell wurden es 15 und starke neun Assists. Robert Oehle holte neun Punkte, dazu zehn Rebounds und verpasste somit sein Double-Double knapp. Bemerkenswert: Elijah Allen traf jeden seiner Feldwürfe und kam auf 13 Punkte.

 

Auf Seiten der Gastgeber war Kevin Tiggs zweifelsohne der erfolgreichste Werfer. Mit 23 Zählern war er der einzige Merlin, der zweistellig punkten konnte. Ex-Rakete Chase Griffin wurde mit seinen neun Punkten nicht zum gewohnt großen Faktor im Spiel. Jeramie Woods, der in der vergangenen Saison für die Oettinger Rockest auflief, bekam keine Einsatzzeit.

 

„Die Konzentration und die Intensität waren nicht auf dem Level, wie wir es brauchen“, sagte Tuomas Iisalo, der zwar einige gute Läufe seiner Mannschaft ansprach, aber als klaren Grund für die Niederlage die mangelnde Konstanz im Spiel ausmachte. Zudem kam sein gewohnt treffsicheres Team nicht über eine Dreierquote von 28 Prozent hinaus.

 

Bis zum zweiten Spiel am Sonntag in der Messe Erfurt will Iisalo seine Verteidigung verbessern, denn „85 kassierte Punkte sind mir zu viel“. Für Ivan Pavic ist Crailsheim weiterhin der Favorit dieser ersten Play-Off-Runde. Am Ziel Aufstieg hat sich bei den Merlins natürlich nichts geändert.

 

„Sie werden mit richtig Feuer zu uns in die Messe kommen und viel mehr Gas geben als heute. Da hoffe ich, dass uns die Fans unterstützen“, so Wolfgang Heyder. Denn eins steht für ihn fest: „In den Play-Offs brauchst du eine heiße Kulisse!“

 

Wie laut es am Sonntag in der Messe Erfurt wird – und vor allem wie das zweite Spiel ausgeht – sehen Interessierte ab 17 Uhr live vor Ort oder im Live-Stream auf sportdeutschland.de.