Verlieren verboten nach Heimniederlage gegen Chemnitz

Die Oettinger Rockets haben am vergangenen Mittwoch mit 72:82 gegen die Niners aus Chemnitz verloren. Das war eine herbe Niederlage, geht es doch um den Einzug ins Finale der 2. Basketball-Bundesliga ProA und das damit verbundene Aufstiegsrecht in die easyCredit BBL.

Vergangenen Sonntag verloren die Raketen bereits in Chemnitz, jetzt das zweite Spiel der Serie ebenfalls zu Hause in der Messe Erfurt. Und das im Halbfinale der ProA. Damit steht es 2:0 für die Sachsen. Das Team, das zuerst drei Siege holen kann, ist eine Runde weiter.

Was das angeht, haben die Chemnitzer nun alle Trümpfe in der Hand. Das erarbeiteten sie sich in der Messe Erfurt mit ansehnlichen Teambasketball und Biss. „Chemnitz hat heute eine hervorragende Mannschaftsspielweise auf das Parkett gezaubert“, gestand Rockets-Coach Ivan Pavic ein. Besonders in der ersten Halbzeit „haben sie uns offensiv auseinandergenommen“, so Pavic, „da haben wir 49 Punkte kassiert. Und das in einem Halbfinale der Play-Offs – da wird es schwer ein Spiel zu gewinnen“.

„In der ersten Hälfte haben wir so Basketball gespielt, wie wir in spielen wollen: Wir haben Ball und Spieler gut bewegt“, meinte Rodrigo Pastore, Head Coach der Niners. „Aber es war nicht alles perfekt“, hängt er an. Er will weiterhin die offensiven Rebounds des Gegner minimieren, genauso wie die unnötigen Ballverluste.

„Die Geschichte des Spiels spielt sich in der ersten Halbzeit ab“, fasst es Ivan Pavic zusammen. Bei einem Halbzeitstand von 38:49 lagen die Hausherren schon zweistellig zurück. Den Grund hat Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Rockets ausgemacht: „Der Gegner hat heute wieder 40 bis 50 Prozent intensiver gespielt. Die Chemnitzer haben mit Aggressivität und Biss gespielt, wir konnten da nicht dagegen halten und haben in der Folge ganz schlecht individuell verteidigt.“ Für Heyder ist klar: „Du musst dich in der Verteidigung opfern!“ Das habe er von den Rockets nicht gesehen.

Die zweite Halbzeit ging mit einem Punkt an die Gastgeber (34:33). Das ist natürlich zu wenig, wenn man elf Punkte aufholen will. Chemnitz wiederum spielte „seinen Stiefel“ anständig herunter. Ein Beispiel: Nach 7 Minuten und 20 Sekunden stand es 15:13 für die Hausherren. Fortan führten ausschließlich die Sachsen in der Messe Erfurt. Sie hatten auf jeden Lauf der Oettinger Rockets die richtige Antwort. Kurz nach der Halbzeit, verkürzten die Raketen durch gute, schnelle Aktionen auf vier Punkte (47:51), dennoch behielten die Gäste einen kühlen Kopf und konnten abschließend mit ihren rund 150 mitgereisten Fans das 2:0 in der Halbfinalserie feiern.

Ihnen gelang eine starke Teamleistung, wobei sechs Spieler zweistellig punkteten. Herausragend mit „nur“ elf Punkten Virgil Matthews. Denn hinten holte er dazu acht Rebounds und vorn spielte er zehn Assists – damit legte er ein sogenanntes „Double-Double“ auf.

Bei den Rockets war Dane Watts der überragende Mann auf dem Parkett. Auch er schaffte es zum „Double-Double“ mit 11 Rebounds und 22 Punkten. Statistisch sind weiterhin die Wurfquoten: Während Chemnitz beeindruckende 56 Prozent durch die Reuse schickte, kamen die Raketen auf 36. Das ist zwar eine Verbesserung zu den 29 Prozent aus dem Hinspiel, allerdings immer noch schlecht.

Im dritten Spiel am Samstag, um 19 Uhr muss dann eine deutliche Steigerung her, wenn die Thüringer weiter ein Wort um die erste Liga mitreden wollen. „Wir haben jetzt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Es sind Play-Offs – und da habe ich schon viel erlebt“, so Pavic.

Übrigens: Die Mannschaft, die zuletzt einen 0:2-Rückstand in den Play-Offs drehte, waren die Oettinger Rockets in der vergangenen ProA-Saison. Damals hieß der Gegner Hamburg Towers. Möglich ist also alles – besonders im Sport.