Oettinger Rockets gewinnen wichtiges Heimspiel gegen die Uni Baskets Paderborn

Dieser Sieg tut vielen gut – den Fans, den Coaches und den Spielern sowieso. Die Oettinger Rockets gewannen ihr neuntes Saisonspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProA. 85:60 stand es nach 40 Spielminuten gegen die Uni Baskets aus Paderborn.

„Es war wichtig, zu gewinnen“, findet, Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Oettinger Rockets. Besonders die Dreierquote sei mit 58 Prozent außergewöhnlich. Er relativiert aber: „Der Gegner hat sich allerdings auch schwach präsentiert.“

Für Heyder sitzt der Stachel der vergangenen Auswärtsniederlagen tief: „Wir haben gegen deutlich schwächere Mannschaften unnötige Niederlagen kassiert.“ Nun müsse man den Sieg gegen eine Mannschaft, „die bei weitem nicht unsere Fähigkeiten hat“, so Heyder, in einem größeren Kontext sehen. „Wir haben eine Pflichtaufgabe erfüllt. Punkt.“

Trotzdem haben 2200 Zuschauer in der Messe Erfurt ein gutes Spiel der Oettinger Rockets gesehen. Bester Mann des Spiels: Jacob Parker. Er holte 24 Punkte und traf dabei sechs Dreipunktwürfe bei sechs Versuchen. Seine Feldwurfquote insgesamt: 89 Prozent! „Irgendwie hatte man das Gefühl, dass die Gäste noch nicht mitbekommen haben, welch außergewöhnlicher Dreierschütze Parker ist“, meint Wolfgang Heyder dazu. Über die bisherige Saison hat Jacob Parker eine Dreierquote von über 63 Prozent.

Die Gäste aus Paderborn kamen zwar etwas besser ins Spiel und führten zu Beginn mit 6:0, meldeten sich dann aber für geraume Zeit ab. Bis zur Halbzeit trugen die Uni Baskets nur 22 Punkte zusammen. „Es war nicht das Problem, dass wir nur 22 Punkte gemacht haben, eher, dass wir überhaupt nicht im Spiel waren“, kommentiert Uli Naechster, Head Coach der Paderborner.

Nach dem Halbzeitstand von 35:22 erzielten die Raketen in der zweiten Hälfte genau 50 Punkte. Das spricht für eine sehr gute offensive Leistung. „Unsere Dreierquote ist heute sogar höher als unsere Zweierquote. Das ist nicht normal“, konstatiert Chris Ensminger als Head Coach der Oettinger Rockets. „Für zwei“ trafen die Raketen 47 Prozent ihrer Würfe. Auch die Paderborner hatten mit ihren Dreipunktversuchen (38 Prozent) mehr Erfolg als mit Würfen aus dem Zweipunktbereich (35 Prozent).

Zum einen war es ein Sieg, „der auch in der Höhe so in Ordnung geht“, wie Uli Naechster findet, zum anderen ist es längst nicht der Weisheit letzter Schluss. Zu verbessern gebe es immer etwas. Ensminger: „Es ist eben auch nur ein Spiel von vielen. Auch wenn die Liga sehr ausgeglichen ist, die Saison soll ja keine Achterbahnfahrt sein, wo es nur hoch und runter geht. Wir müssen noch viel lernen, uns eine gewisse Konstanz erarbeiten und uns dabei Schritt für Schritt weiterentwickeln.“

Wolfgang Heyder hat dafür ein Thema parat: der Ballvortrag. „Auch in den erwähnten Auswärtsspielen ist mir das aufgefallen. Der Ballvortrag der Aufbauspieler hat zu lange gedauert und uns damit sehr wehgetan. Dadurch wurde jeglicher Schnellangriff unterbunden. Bei zwei Mannschaften auf Augenhöhe gewinnt die Mannschaft, die mehr einfache Körbe erzielt. Das ist im modernen Basketball so.“ Gerade gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte wäre die Möglichkeit da gewesen, an diesem Thema zu arbeiten. Beispielsweise könne Gerard Gomila, den Heyder als großes Talent sehr schätzt, sein Spiel effektiver machen, wenn er sich schneller vom Ball trenne.

Durch den Sieg gegen die Uni Baskets Paderborn schieben sich die Rockets von Platz 10 auf Platz 8 und lassen dabei die Paderborner und die Hamburger hinter sich. „Gegen die besten drei Gegner haben wir bisher ja noch gar nicht gespielt“, so Heyder. Das sind für ihn Heidelberg, Crailsheim und der MBC.

Gegen alle drei treten die Raketen in der Hinrunde auswärts an. Den Anfang macht dabei der Mitteldeutsche Basketball Club. Das Spiel beginnt am kommenden Samstag, 12.11., um 19.30 Uhr in Weißenfels. Der MBC weißt den Rockets-Fans bisher ein Kontingent von 300 Karten zu. „Nachdem Jena aufgestiegen ist, könnte das ein tolles neues Derby werden. Mich würde es freuen“, so Ensminger.