Rheinstars Köln unterliegen den Oettinger Rockets in der Messe Erfurt

Ein Befreiungsschlag gelang den Oettinger Rockets am vergangenen Samstag. Sie gewannen gegen die Rheinstars aus Köln mit 91:74.

 

Es ging schon krachend los: Neuzugang Dane Watt eröffnete sein zweites Spiel für die Oettinger Rockets mit einem Dunking. Diese Kampfansage ließ die rund 2100 Zuschauer in der Messe Erfurt das erste Mal von ihren Sitzen aufspringen. Weitere solche Momente sollten am 12. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga gegen die Kölner folgen

 

„Das war das erste Spiel seit der Vorbereitung, in dem wir wieder aggressiv verteidigt haben. Es gibt ein Sprichwort unter Trainern und das stimmt tatsächlich: Defense creates offense“, meinte Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Oettinger Rockets.

 

E wurde deutlich, dass nach kämpferischen Abwehraktionen Kreativität, statt Druck das Angriffsspiel trägt. Gezeigt hat das beispielsweise bei Max DiLeo: Der mit 1,85 Meter kleine Basketballer holte sich vier offensive Rebounds, fünf gesamt, und klaute sich zweimal den Ball. Zugleich lief es für ihn dann auch im Angriff gut. 13 Punkte und fünf Assists stehen für DiLeo zu Buche. Kurz vor Spielende belohnte er sich selbst noch mit einem Dunking, der alle sprichwörtlichen Dämme brechen ließ. „Die Fans waren heute unglaublich laut. Das war schon fast nicht mehr wahr. Ich konnte ja nicht mal meine Team-Kollegen auf dem Feld verstehen“, sagte er nach der Partie.

 

Wie von selbst lief das Spiel allerdings nicht. Bis ins letzte Viertel hinein war kein Gewinner absehbar. Vor den letzten zehn Minuten führten die Kölner sogar mit fünf Punkten (54:59). Das war dem durchwachsenen zweiten (15:22) und dem kaum besseren dritten Spielabschnitt (16:22) zu „verdanken“.

 

Dass die Rockets das Spiel überhaupt bis zum letzten Viertel ausgeglichen gestalten konnten, lag an deren Super-Start: Nach zwei Spielminuten stand es 10:2 und mit 23:15 ging es in die erste Viertelpause. Was dann in den letzten zehn Minuten geschah – „das habe ich in den dreieinhalb Jahren, die ich nun hier bin, noch nicht erlebt“, so Chris Ensminger, Head Coach der Rockets. Im vierten Spielabschnitt holten die Raketen 37 Punkte und ließen nur derer 15 zu. Zum Vergleich: Der Halbzeitstand lautete 38:37.

 

In diesen zehn Minuten mit Ausnahmecharakter trafen die Rockets sieben von neun Zweipunktwürfen, drei von sechs Dreiern und 14 von 15 Freiwürfen. Dazu provozierten sie elf Fouls und acht Ballverluste der Rheinstars aus Köln.

 

„Wir haben 28 Minuten anständigen Basketball gespielt und sind dann aus allen Wolken gefallen“, findet der Kölner Head Coach Arne Woltmann. Er weiter: „Wir haben uns durch Undiszipliniertheiten selbst aus dem Spiel genommen und dann 37 Punkte abgegeben. So kann man sich nicht präsentieren.“

 

Die etlichen Fouls der Kölner, 30 insgesamt, resultierten unter anderem daraus, dass Chris Ensminger seine Rockets viele Spielzüge unter dem gegnerischen Korb abschließen ließ. Im Umkehrschluss konnte Woltmann also nicht mehr so spielen lassen, wie er es gern gehabt hätte. Die persönlichen Foulprobleme seiner Spieler waren immens. Drei Kölner foulten viermal und zwei Rheinstars bekamen sogar das fünfte und damit disqualifizierende Foul angezeigt.

 

Verantwortlich dafür waren oft die beiden Rockets-Center, die zusammen für 34 Punkte sorgten. Dane Watts steuerte 16 Punkte bei und Top-Scorer Robert Oehle (18) feierte gebührend sein Come-Back nach einer Magen-Darm-Erkrankung.

 

Insgesamt waren es fünf Raketen als auch fünf Rheinstars, die zweistellig punkten konnten. Bei den Gästen holte Hugh Robertson mit 17 Punkten die meisten für sein Team. Dabei weist er eine nahezu perfekte Quote auf. Lediglich einen Freiwurf hat er verwurfen.

 

Auch Robertson konnte jedoch nicht verhindern, dass die Kölner mit dieser Niederlage von Tabellenplatz 11 auf 12 abrutschen. Die Oettinger Rockets wiederum schleichen sich zurück in die Play-Off-Region, genauer gesagt auf Platz 7.

 

Chris Ensminger hofft nun, dass seine Mannschaft diesen Rückenwind mit in das nächste Auswärtsspiel nimmt. Die Oettinger Rockets treten am kommenden Sonntag gegen die MLP Academics Heidelberg an. In der Universitätsstadt treffen sie auf guten Freund. Albert Kuppe, der jahrelang Publikumsliebling bei den Rockets-Anhängern war und selbst diese zweite Heimat in sein Herz geschlossen hat, ist heute Captain der Heidelberger.
 (Das Beitragsbild zeigt Robert Oehle bei zwei seiner 18 Punkte. Foto:Christian Bomberg.)