Oettinger Rockets verlieren bei den Nürnberg Falcons

Als Robert Oehle im Mannschaftsbus durch seine alte Heimat Nürnberg gefahren ist, hatte er sich mehr erhofft als eine Niederlage mit 13 Punkten. Am vergangenen Samstag verlor der 2,09-Meter-Mann mit seinen Oettinger Rockets 66:79 gegen die Nürnberg Falcons BC.

 

Die beiden Auswärtspunkte hätten die Raketen im Kampf um bestmögliche Platzierung in den Play-Offs gut gebrauchen können. Zwar konnten sie ihren sechsten Tabellenplatz halten, dennoch sind sie zwei Spieltage vor Ende der regulären Saison nicht sicher in den Play-Offs.

 

Die Nürnberger hingegen haben bereits zuvor ihr Saisonziel erreicht. Sie werden auch in der kommenden Spielzeit in der 2. Basketball-Bundesliga ProA spielen. Als Kür bezeichnete Falcons-Coach Ralph Junge die verbleibenden Partien. „Das freut mich natürlich“, sagte Robert Oehle, der zwei Jahre bei den Mittelfranken spielte. „Die Nürnberger kratzen finanziell am Limit, überhaupt ProA spielen zu dürfen. Es spricht für die Arbeit von Ralph Junge, dass sie vier Spiele vor Saisonende schon sicher nicht abgestiegen sind. Hut ab“, so Oehle weiter.

 

Der Rockets-Center fand schnell und gut ins Spiel gegen seinen Ex-Klub. Er startete in der ersten Fünf und hatte nach sieben Minuten bereits genauso viele Punkte zu Buche stehen. Insgesamt kam er auf neun Punkte und neun Rebounds.

 

In der ersten Hälfte (26:36) dominierten und führten und die Oettinger Rockets. Auch diese ersten 20 Minuten seiner Mannschaft fand Head Coach Ivan Pavic nicht gut, „Nürnberg hat halt nur nichts getroffen“.

 

„Dass wir uns darauf weiterhin nicht verlassen dürfen, hat uns der Trainer in der Halbzeitpause auch gesagt. Anscheinend ist das bei uns nicht angekommen“, meinte Oehle nach dem Spiel.

 

Die Befürchtung von Ivan Pavic trat ein: In der zweiten Halbzeit holten die Gastgeber ganze 53 Punkte und trafen dabei sieben von zwölf Dreipunktewürfe. Die Raketen kamen nach dem Pausentee nur noch auf 30 Zähler – zu wenig.

 

„Die Leistung war sehr, sehr bescheiden, um nicht zu sagen erbärmlich“, sagte Pavic mit aller Deutlichkeit. Damit meine er die kompletten 40 Minuten. Auf die Frage, ob er dem Spiel etwas Positives abgewinnen konnte, antwortete er klar und knapp: „Nein.“ Für ihn hat die Niederlage folgende Gründe: „In der Defensive konnten wir keinen Mann vor uns halten. Dann haben wir Kleinigkeiten nicht richtig gemacht, wie die Blocks ordentlich stellen, den Ball schnell bewegen. Und so ist das Ergebnis verdient.“

 

„Uns fehlte Intensität, Leidenschaft und eine gewisse Härte. Das müssen wir unbedingt wieder reinbekommen“, gestand Robert Oehle selbstkritisch. In den nächsten Wochen müsse das Team härter arbeiten und mit einer anderen Einstellung in die Spiele gehen.

 

Andererseits war es für die Nürnberger „ein sensationeller Sieg“, wie es Junge sagte. Nach der Partie skandierten die heimischen Fans: „Wir woll’n den Oehle sehen!“ Diesen Wunsch erfüllte der Big-Man seinen alten Anhängern. „Es hat mich natürlich geärgert, nach einer Niederlage dahin zu gehen, aber auch sie sind supernette Fans, die dem Verein in schwierigsten Zeiten die Stange halten. Das verdient Respekt“, so Oehle.

 

Für Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Rockets, waren die eigenen Anhänger das einzig Gute an diesem Spiel: „Einen tollen Auftritt in Nürnberg haben wieder einmal die Rockets-Fans geliefert. Man kann nur den Hut ziehen, wie die Fans nach der durchwachsenen Leistung gegen Hamburg wieder das Team unterstützt haben.“

 

Die lautstarken ca. 50 mitgereisten Thüringer wollen schon am 25. März gegen die Baunach Young Pikes besseren Basketball sehen. Die abstiegsgefährdeten Oberfranken treten ab 19 Uhr in der Messe Erfurt an.