Oettinger Rockets verlieren knappes Eröffnungsspiel

Die Chemnitz 99ers haben den Oettinger Rockets den Saisonauftakt kräftig verdorben. Mit zwei Punkten Unterschied gewinnen die Sachsen das Eröffnungsspiel der 2. Basketball-Bundesliga ProA in der Messe Erfurt. Eine knappe, aber verdiente 72:74-Niederlage für die Oettinger Rockets.

Wenige Sekunden sind noch auf der Uhr. Janek Schmidkunz, Raketen-Aufbauspieler, nimmt den Dreipunktwurf. Muss er auch, trifft aber nicht. Fällt der Ball durchs Netz, gewinnen die Gastgeber. So hat Samuel Muldrow die zweite Chance nach eigenem Rebound, kann sich aber unter dem Korb nicht durchsetzen. Nach der Schlusssirene jubeln die Chemnitzer in Erfurt.

„Deswegen haben wir aber nicht verloren“, versichert Head Coach Chris Ensminger. Seiner Meinung nach verliere man keine Spiele, nur wegen einer einzigen Spielsituation. „Trifft Janek den Wurf, ist er der große Held des Spiels. Aber es ist anders gekommen“, konstatiert Ensminger. So darf sich Chemnitz-Coach Rodrigo Pastore freuen, tut das bei der Pressekonferenz nach dem Spiel aber nicht. Pastore: „Ich werde hier nicht jubeln oder lachen. Ganz einfach aus Respekt vor Chris. Innerlich bin ich aber froh und glücklich, dass wir gewonnen haben.“

Gewonnen haben die Niners zu recht. Nicht, weil sie individuell das bessere Team sind, sondern weil sie sich mit mehr Biss präsentiert haben – offensiv und vor allem defensiv. Ein Beispiel dafür war Ex-Rakete Joe Lawson. Am Ende standen für ihn sieben Punkte und zehn Rebounds zu Buche.

Die Rockets-Abwehr habe sich laut Ensminger nicht an die eigenen Regeln gehalten. Das bestätigt auch Spieler Jacob Parker. Es reiche, wenn bei fünf Leuten in der Defense einer nicht aufpasst, damit Lücken entstehen.

Da vermisste Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung, den verletzten Max DiLeo: „Das ist einer, der immer kämpft und viel Energie bringt. Dazu präsentiert er sich in der Abwehr mit ganz viel Einsatz. Ein Traum für jeden Trainer.“

In der Offensive fehlten letztlich die Ideen. Nach dem zwischenzeitlichen 19:9 für die Rockets im ersten Viertel gingen die Chemnitzer im zweiten rasch in Führung. „Bei Eröffnungsspielen ist es häufig so, dass eine gewisse Verkrampfung dabei ist“, weiß Heyder. Er weiter: „Wir haben nie so richtig zu unserem Spiel gefunden. Das sah nach angezogener Handbremse aus und das tut natürlich weh.“ Wolfgang Heyder ist sich sicher, dass „wir auf jeden Fall mehr können“.

Doch auch gelungene Offensiv-Aktionen sahen die 2300 Zuschauer in der Messe Erfurt. Darunter waren ein Dunking von Samuel Muldrow und besonders in der ersten Hälfte viele gute Distanz-Würfe. Wenn der Ausgang des Spiels für die Rockets-Fans auch ärgerlich war, so war das Event selbst doch bestens vorbereitet. „Die Veranstaltung an sich hat sehr gut funktioniert“, findet Thomas Fleddermann als Geschäftsführer der BiG GmbH. Es gab das ein oder andere Gratis-T-Shirt für Fans sowie etliche Auftritte von zwei Tanzgruppen „und von Musik bis Catering habe alles gut bis sehr gut geklappt“, resümiert Thomas Fleddermann.

Der Zuspruch von 2300 Gästen sei für Fleddermann „nicht schlecht, aber lange nicht das Ende der Fahnenstange“. Heyder dazu: „Natürlich wollen wir noch mehr Menschen hinter die Mannschaft bringen. Das schafft man aber eben auch durch Leistung.“ Schon am Samstag, dem 1. Oktober um 19 Uhr, haben die Oettinger Rockets die Chance, ihre eigene Leistung ins rechte Licht zu rücken. Dann sind mit den Dresden Titans die nächsten Sachsen zu Gast in der Messe Erfurt. Für Titans-Ciach Steven Clauss zählen die Oettinger Rockets übrigens zu den Aufstiegsfavoriten – und genauso wollen sich die Mannen um Chris Ensminger dann auch präsentieren.

Foto: Christian Bomberg