Oettinger Rockets holen den ersten Pflichtspielsieg in der Messe Erfurt

„Heute hat ein Aufstiegskandidat gegen einen Abstiegskandidaten gespielt.“ Head Coach Steven Clauss findet nach dem Spiel klare Worte. Seine Dresden Titans haben in der Messe Erfurt mit 28 Punkten Differenz gegen die Oettinger Rockets verloren. Das Endergebnis am Samstag, 1. Oktober: 93:65.

 

Die Dresden Titans sind vergangene Saison aus der ProB in die 2. Basketball-Bundelsiga ProA aufgestiegen und haben nun ihre ersten beiden Spiele verloren. Head Coach Clauss: „Das Leistungsniveau zwischen ProA und ProB ist riesig. Das Spiel in der ProA ist wesentlich physischer und die Spieler haben weniger Zeit, Entscheidungen zu treffen.“

 

Für die Oettinger Rockets hingegen ist es der erste Sieg der Saison. Sie haben das erste Spiel gegen die Chemnitz 99ers mit zwei Punkten Unterschied sehr knapp verloren, doch nun – erneut im Ostderby gegen Sachsen – haben sie sich für eine sehr gute Leistung belohnt.

 

„Es lagen rund zehn Tage zwischen den beiden Spielen. Darum hatten wir viel Zeit zum Nachdenken. Ich finde, das ist immer auch ein bisschen gefährlich“, meint Chris Ensminger, Head Coach der Oettinger Rockets. Jedoch hatten sie auch viel Zeit, um sich auf die Dresden Titans einzustellen – und wie die Höhe des Sieges deutlich macht, hat das gut geklappt. Nur das zweite Viertel seiner Raketen hat dem Head Coach nicht gefallen.

 

Dieser Spielabschnitt war ohne Zweifel gleichzeitig die stärkste Phase der Dresden Titans. Nach 13 Punkten Rückstand gewannen sie das zweite Viertel mit 29:23. Sie trafen ihre Dreipunktwürfe, spielten schnell und konnten das auch in Punkte ummünzen. Damit konnten die Titanen die Rocketsführung zur Halbzeit auf sieben Punkte verringern.

 

Viel mehr kam aber nicht von den Dresdenern. Zum Vergleich: Im zweiten Viertel holten sie 29 Punkte, in allen anderen zusammen nur 36. Das ist zu wenig für die ProA und hängt im Umkehrschluss mit der Verteidigung der Rockets zusammen.

 

Die 2400 Zuschauer in der Messe Erfurt konnten sehen, dass sich seit dem Heimspiel gegen Chemnitz einiges getan hat. Die Oettinger Rockets legten eine ehrgeizige Einstellung an den Tag, hatten viel mehr Zugriff zum Spiel und zeigten jede Menge Biss – vorne wie hinten.

 

In der Offensive gab es einige Raketen, die mit sehr guten Zahlen auftrumpfen können. Grant Gibbs spielte acht Assists, Samuel Muldrow holte 13 Rebounds, 15 Punkte und dazu sieben Blocks. Es ist sein erstes Double Double für die Oettinger Rockets. Nicht zu vergessen: Der Top-Scorer der Partie ist mit einem Super-Auftritt und 19 Punkten Jacob Parker geworden. Insgesamt trafen die Rockets 11 von 26 Dreier (42 Prozent), die Titans 7 von 22 (32 Prozent), davon 2 von 13 in der zweiten Halbzeit.

 

Nach wie vor hat bei den Raketen Max DiLeo gefehlt. In rund zwei Wochen soll er seine Knieverletzung auskuriert haben. Vor dem Spiel hat sich ebenfalls Jaysean Paige verletzt. Er ist umgeknickt, ob er schon am Montag gegen Team Ehingen Urspring zurückkommt, ließ Head Coach Ensminger offen.

 

Falls nein, kann ihn auch da wieder Kristian Kullamäe ersetzen. Furchtlos aber konzentriert sprang der 17 Jahre junge Este gegen die Dresden Titans ins kalte Wasser. Sein erstes Spiel in Deutschland, in der ProA und für den Verein sowieso. Nach dem Spiel wurde Kullamäe hochgelobt von allen Seiten. In 16:30 Minuten holte er sieben Punkte und sechs Rebounds. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, kommentiert Chris Ensmiger, der zweieinhalb Jahre mit Gert Kullamäe, Kristians Vater, in Bamberg zusammenspielte.

 

Kullamäe ist ein großes Talent mit noch größerer Perspektive, an dem viele europäische Top-Clubs Interesse gezeigt haben. „Ich bin bereit für die ProA“, sagte er zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung und das hat er vergangenen Samstag gezeigt.

 

Gegen Ende des Spiels verletzte sich der Dresdener Max von der Wippel im Zweikampf mit Robert Oehle. „Ein bisschen Blut, das gehört dazu. Genaueres wissen wir noch nicht“, meinte Head Coach Steven Clauss direkt nach dem Spiel.

 

Ob von der Wippel bereits am Montag schon im Heimspiel gegen Paderborn wieder dabei sein kann, ist noch unklar. Die Oettinger Rockets fahren hingegen nach Baden-Württemberg und treffen dort auf Team Ehingen Urspring.