„Never change a winning slogan!“

Verdammt lang her, dass die Oettinger Rockets letztmalig in der s.Oliver-Arena aufgelaufen sind: Vor 2476 Tagen, also am 19. April 2008, traf der damalige Tabellenvierte aus Gotha dort vor der Rekord-Kulisse von 2200 Zuschauern auf den Spitzenreiter der 1. Regionalliga aus Würzburg. Am Ende einer äußerst stimmungsvollen Partie lagen die Hausherren mit 102:94 vorne und feierten ausgelassen den Aufstieg.

Seither ist jede Menge Wasser den Main hinunter geflossen. Sowohl hinter Würzburg als auch hinter Gotha liegen einige Höhenflüge, aber auch Tiefpunkte. Deshalb treffen beide Teams jetzt in der 2. Basketball-Bundesliga ProA aufeinander.

Vor dem neuerlichen Wiedersehen in der s.Oliver-Arena am kommenden Samstag (Tip-Off: 19 Uhr) gibt es einige Parallelen zum letzten Spiel in Würzburg. Heute wie damals liegen die Gastgeber als Tabellenführer auf Aufstiegskurs, und die Gäste zählen zu den ärgsten Verfolgern. Folglich genießt das mit Spannung erwartete Duell abermals den Status eines Spitzenspiels, in dem die Würzburger erneut auf eine Revanche für die knappe Niederlage aus dem Hinspiel aus sind. Verloren sie Anfang 2008 in der Ernestiner-Sporthalle mit 77:87 nach Verlängerung, so mussten sie sich Ende November 2014 in der „Blauen Hölle“ mit 74:77 geschlagen geben. Das war die zweite Niederlage in der Saison 2014/2015 für die Baskets, die seither sieben Spiele in Folge gewonnen haben und im Kampf um den avisierten Wiederaufstieg gute Karten haben.

Ebenfalls hervorragend im Rennen liegen die Rockets. Denn wann immer es in dieser Saison wirklich darauf ankam, war auf die Mannschaft Verlass. So behielt sie zunächst sowohl in den wegweisenden Heimspielen gegen den SC Rasta Vechta und die Hamburg Towers die Oberhand als auch wenig später im Hinspiel gegen den Liga-Primus s.Oliver Baskets. Es folgten vier siegreiche Derbys gegen Science City Jena und die Niners Chemnitz innerhalb von fünf Wochen. Auch deshalb haben die Gothaer lediglich zwei der letzten zwölf Partien verloren – jeweils mit der Winzigkeit von zwei Punkten gegen den Tabellenzweiten Gießen 46ers.

Mit anderen Worten: Die Rockets haben in dieser Saison mehr als einmal gezeigt, dass sie mit überragendem Teamplay gegen jede Mannschaft der ProA bestehen können. Deshalb kündigen sie den s.Oliver Baskets nun selbstbewusst den nächsten heißen Kampf an.

Getreu dem Motto „never change a winning slogan“ setzt Head Coach Chris Ensminger dabei auf jene Worte, die er bereits vor dem Hinspiel wählte: „Wir haben auch in Würzburg nichts zu verlieren, können aber auch dort im Idealfall eine ganze Menge gewinnen. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass wir konzentriert und konstant auf einem hohen Level spielen und verteidigen, also eine Top-Leistung abrufen!“

Doch natürlich sind sich die Gothaer im Klaren darüber, dass ihnen am Samstag ein Härtetest bevorsteht. Denn Würzburg ist in heimischen Gefilden eine Macht – in dieser Saison hat noch kein Gäste-Team in der s.Oliver-Arena gewonnen.

Richtig nah dran an einem Sieg in Würzburg war bis dato lediglich eine Mannschaft: Science City Jena brachte das Team des Trainer-Gespanns Spradley-Völkel am vergangenen Samstag mächtig in die Bredouille und musste sich am Ende mit 87:91 nur knapp geschlagen geben.

Top-Scorer der Baskets war in dieser Partie einmal mehr Darren Fenn mit 25 Punkten. Der US-Center, der in Gotha verletzungsbedingt sein einziges Spiel der laufenden Serie verpasste, zählt zweifelsfrei zu den klangvollsten Namen in der ProA und ist mithin ein Sinnbild für die Qualität des Würzburger Kaders. Viele Jahre war der 35-jährige Routinier in der BBL am Ball. Mit den Brose Baskets Bamberg gewann er 2007 die Deutsche Meisterschaft. Sein damaliger Team- und Centerkollege hieß: Chris Ensminger.

„Ich freue mich auf das Wiedersehen, das für uns beide unter interessanten Vorzeichen steht“, sagt Chris Ensminger. „Wir kennen uns sehr gut. Darren ist ein außergewöhnlicher Spieler, ein Leader und ein exzellenter Shooter, der in dieser Saison 36 von 70 Dreipunktwürfen versenkt hat, also mehr als 50 Prozent. Doch nicht nur auf ihn werden wir höllisch aufpassen müssen. Schließlich hat Würzburg eine hervorragend besetzte Mannschaft!“

Derweil gibt es noch eine letzte Parallele zum letzten Aufeinandertreffen beider Teams in der s.Oliver-Arena. Erneut machen sich viele Fans der Rockets auf den Weg nach Würzburg, um ihr Team anzufeuern und den Gastgebern lautstark Paroli zu bieten – auf dass es am Ende mindestens einen elementaren Unterschied zum Spiel aus dem Jahr 2008 geben möge.

2. Basketball-Bundesliga ProA – 20. Spieltag

s.Oliver Baskets (1.) – Oettinger Rockets Gotha (3.)

Samstag, 31. Januar 2015, Tip-Off: 19 Uhr

Spielort: s.Oliver-Arena
, Stettiner Straße 1, 97072 Würzburg

Bitte beachten: Das Spitzenspiel wird im English Pub "The Londoner" in Gothas Altem Schlachthof live übertragen.

Internetseite der s.Oliver Baskets.