Krönender Abschluss der Saison

Bereits vor diesem Wochenende stand für die Verantwortlichen aus Chemnitz und Gotha fest: Die gemeinsame Teilnahme an der Jugend-Basketball-Bundesliga war ein voller Erfolg. Mit dem souveränen Erreichen der Hauptrunde wurden alle Erwartungen übertroffen. So konnte die Mannschaft von Trainer Jens Künze völlig unbeschwert zu den Piraten Hamburg reisen – den letzten gemeinsamen Ausflug wollten seine Schützlinge einfach nur noch genießen. Doch beim Tabellenzweiten der Staffel Nord-Nordost sorgte BiG Chemnitz am Sonntag dann für einen echten Paukenschlag und rang den haushohen Favoriten mit 84:70 nieder. „Das war vielleicht unsere beste Saisonleistung“, jubelte Jens Künze nach dem Überraschungserfolg, durch welchen man in der Abschlusstabelle sogar noch auf den vierten Platz klettern konnte.

Im Hinspiel musste sich der U-16-Nachwuchs aus Chemnitz und Gotha den Piraten Hamburg noch mit 69:76 geschlagen geben. So galt man an diesem Sonntag eigentlich als Außenseiter. Doch davon war auf dem Spielfeld nichts zu sehen. Im Gegenteil: Die BiG-Korbjäger machten von Beginn an Druck und erarbeiteten sich bereits im ersten Viertel eine verdiente 24:17-Führung. Auch im zweiten Spielabschnitt blieb das Künze-Team hoch konzentriert und leistete sich nur wenige Schwächephasen. Folglich hatte man zur Halbzeit weiterhin knapp die Nase vorn (46:38).

Wer nun glaubte, das Spiel würde nach dem Seitenwechsel zugunsten der favorisierten Gastgeber kippen, wurde eines Besseren belehrt. Denn BiG Chemnitz blieb auch im dritten Viertel das stärkere Team und baute den Vorsprung Punkt für Punkt aus. Mit einer beruhigenden 66:52-Führung ging es schließlich in den Schlussabschnitt. Dort ließen die Gäste dann nichts mehr anbrennen. „Ich bin so stolz auf meine Mannschaft. Das war wirklich eine grandiose Leistung“, strahlte Trainer Jens Künze und hatte für zwei Spieler noch ein Extralob parat: „Max Leonhardt und Cliff Goncalo waren einfach überragend!“ Die beiden Youngster erzielten 55 der 84 Chemnitzer Punkte und hatten somit großen Anteil daran, dass die 500 Kilometer lange Rückreise zu einer echten Triumphfahrt werden konnte.

Ob es derartige Erfolge auch in der nächsten Saison geben wird, ist momentan allerdings noch nicht sicher. Zwar hat man das sportliche Startrecht durch das diesjährige Abschneiden in der Tasche, aber eine Teilnahme an der JBBL will eben auch erstmal finanziert werden. „Dafür benötigen wir pro Saison einen mittleren vierstelligen Betrag“, erklärt Jens Künze, der aber in jedem Fall für einen erneuten Antritt plädiert: „Wir sollten diese Chance unbedingt nutzen. Es gibt viel mehr Bewerbungen als Startplätze in der JBBL. Wenn man da einmal raus ist, kommt man höchstwahrscheinlich nicht wieder rein.“

BiG Chemnitz: Leonhardt (32 Punkte), Goncalo (23), Kollmar (12), Gröning (4), Vogel (4), Möllendorf (3), Fischer (2), Hey (2), Leuteritz (2), Graf, Hänsel

Viertel: 17:24 | 21:22 | 14:20 | 18:18

Freiwürfe: 21 von 30 (70 Prozent Trefferquote)

Dreier: 5

Autor des Beitrages ist Matthias Pattloch vom BV Chemnitz 99.