Oettinger Rockets verlieren mit Glückswurf in der letzten Sekunde gegen die Kirchheim Knights

Die Oettinger Rockets haben am vergangenen Samstag denkbar unglücklich gegen die drittplatzierten VfL Kirchheim Knights verloren. Das Auswärtsspiel der Raketen, die derzeit auf dem siebten Tabellenplatz der 2. Basketball-Bundesliga ProA stehen, wurde in der Verlängerung entschieden. Der entscheidende Korb fiel in der letzten Sekunde des Spiels. Das Spiel endete 92:91.

 

Wenige Sekunden waren noch auf der Uhr. Das Spiel war sowieso schon in der fünfminütigen Verlängerung, der sogenannten Overtime. Da brachte Dane Watts die Oettinger Rockets unter dem gegnerischen Korb mit 91:89 in Führung. Der so wichtige Auswärtssieg war zum Greifen nah. Doch 3,3 Sekunden sind noch zu spielen.

 

Die reichten Carrington Love. Bis dato hatte er aus fünf Dreipunkt-Versuchen erst einen treffen können. Anschließend lautete seine Quot zwei von sechs. Nach dem Einwurf unter dem eigenen Korb sprang er an der Mittellinie ab und warf. Mit dem Ertönen der Sirene rutscht der Ball durch das Netz.

 

„Das war kaum zu glauben. Wir waren 12 Punkte hinten und haben uns stark zurückgekämpft. Eigentlich hatten wir den Vorteil zum Ende des Spiels. Aber Kirchheim hat in dieser Saison gnadenloses Glück mit Würfen in der letzten Sekunde“, meint Chris Ensminger, Head Coach der Oettinger Rockets. Es war das siebte Spiel in dieser Saison, das die Knights aus Kirchheim mit maximal zwei Punkten Vorsprung gewannen.

 

„Dass es zum Schluss eine sehr unglückliche Niederlage geworden ist, ist für mich fraglos. Die Frage ist aber, wie es dazu überhaupt kam“, gibt Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung, zu bedenken. Für ihn ist klar: „Dass wir wenig Spiele auf hohem Niveau gewinnen werden, wenn wir nicht verteidigen. Parker und Watts haben das Spiel gegen Ende ja überhaupt spannend gemacht. Du musst den Gegner unter 80 Punkten halten und dann gewinnst du so ein Spiel.“

 

Bis zum letzten Viertel verlief die Partie ausgeglichen. Bei noch achteinhalb Minuten auf der Uhr führten die Kirchheimer Basketballer jedoch mit zwölf Punkten (68:56), die höchste Führung im Spiel.

 

In dieser Phase zeigten die Thüringer Charakter. Jacob Parker, einer der besten – wenn nicht der beste – Dreierwerfer der Liga setzte seine Qualität unter Beweis. Er holte insgesamt 29 Punkte und traf dabei sechs Dreier bei neun Versuchen. Dazu sammelte er elf Rebounds – „DoubleDouble“ für ihn. So bezeichnen Basketballer zweistellige Statistiken in zwei wichtigen Wertungen. Dieses Kunststück gelang auch Dane Watts. Er konnte 21 Punkte und 10 Rebounds beitragen. Top-Scorer des Spiels wurde der Kirchheimer Jonathon Williams mit 34 Punkten und elf Rebounds.

 

Nach dem Spielstand von 81:81 zu Ende des vierten Viertels kamen die Raketen besser in die Verlängerung. Jacob Parker legte in zwei Angriffen einen Dunking und einen Dreier auf das Parkett. Diese Führung von fünf Punkten war jedoch längst keine Vorentscheidung bei noch drei Minuten zu gehen. In dieser wohl spannendsten Phase der Rockets-Saison führten anderthalb Minuten vor Ende dann die Knights mit 87:86. Auch davon erholten sich die Rockets und erkämpften sich die Führung zurück. Der Rest ist Geschichte.

 

Ensminger: „Gepunktet haben wir genug. Die Verteidigung muss aber gut genug sein, um weniger Punkte zu kassieren.“ Das Spiel selbst muss er schnell aufarbeiten, denn „wir haben jetzt keine Zeit für eine lange Trauerphase. Schon am Donnerstag geht es für uns weiter. Jetzt heißt es Kopf hoch und positiv bleiben. Wir müssen an uns glauben, zehn Spiele sind in der regulären Saison noch zu spielen.“

 

Am Donnerstag, dem 2. Februar, spielen die Raketen um 19.30 in der Messe Erfurt gegen die MLP Academics aus Heidelberg. Selber Ort und selbe Zeit gelten für die Partie am Valentinstag, 14. Februar, gegen die Hebeisen White Wings Hanau.

 

„Jetzt sind wir unter Druck“, konstatiert Wolfgang Heyder. Seine klare Ansage: „Wenn wir in die Play-Offs wollen, sind die Spiele gegen Hanau und Heidelberg Pflichtsiege.“