Oettinger Rockets holen zwei wichtige Punkte gegen Hebeisen White Wings Hanau

Am vergangenen Dienstag haben die Oettinger Rockets ihr Heimspiel in der Messe Erfurt gegen die Hebeisen White Wings aus Hanau mit 87:74 gewonnen. Damit konnten sich die Raketen neben den wichtigen zwei Punkten auch den direkten Vergleich gegen die Hessen sichern. Zugleich war es der erste Sieg für Ivan Pavic als Head Coach der Rockets.

 

„Es war ein Sieg und es sollen weitere folgen“, sagte Pavic mit Betonung auf „ein“. Der Head Coach will jede Partie – immerhin sind es bis zu den Play-Offs noch acht – gewinnen. Der Anfang ist gemacht: Für Ivan Pavic sind die beiden Punkte das Ergebnis von „nicht ganz zehn Tagen Quälen“ sowie von zwei Testspielen gegen Erstligisten, „wo wir sehr gut ausgesehen haben“.

 

Mit Blick auf die Play-Offs war das Spiel gegen die White Wings schon im Vorfeld ein besonderes. Die Gäste standen auf Rang sechs, die Raketen auf neun. Für die Hanauer hat die Niederlage keine tabellarische Auswirkung, die Hausherren klettern hingegen auf den siebten Platz. Die Tabellenplätze eins bis acht qualifizieren nach 30 Spieltagen für die anschließende K.O.-Runde.

 

Laut Gäste-Coach Simon Cote werden sich insgesamt sechs Mannschaften um die Plätze sechs bis acht streiten. Kein Wunder: Hat doch der Tabellenelfte nur zwei Spiele weniger gewonnen als der Sechste. Natürlich zählen auch White Wings und die Rockets zu jenen sechs Teams. Genau diese beiden gingen recht ausgeglichen in ihre zweite Begegnung der Saison. In Hanau hatten die Raketen mit 74:68 verloren.

 

Im ersten Viertel des 22. Saisonspiels der 2. Basketball-Bundesliga ProA trafen die Gäste jeden zweiten ihrer Dreipunktewürfe (4/8) und gewannen diesen Spielabschnitt gar mit 21:18.

 

Anschließend sollte kein weiteres Viertel an die White Wings gehen. Bereits in den zweiten zehn Minuten machten die Raketen ihre Ambitionen deutlich (27:19). Auch in beiden folgenden Spielabschnitten (20:19 und 22:15) behielten die Hausherren die Oberhand.

 

Über weite Strecken verlief die Partie sehr ausgeglichen. Beide Mannschaften versuchten, schnell zu spielen – das jedoch nicht immer fehlerfrei. Die Gäste trafen ihre Dreipunktewürfe gut, die Hausherren ihre Zweier. So trennten beide Teams bis zum letzten Viertel nie mehr als zehn Punkte (65:55 Ende drittes Viertel).

 

Mit einem Vorsprung von sechs Punkten (65:59) ging es für de Oettinger Rockets in den letzten Spielabschnitt. Sechs Punkte sind im Basketball längst kein sicheres Polster. Doch statt das Spiel immer enger wurde, flogen die Raketen – besonders zu Beginn des letzten Viertels – davon. Von konditionellen Schwächen war nichts mehr zu sehen. Sie legten mit gutem, schnellem Mannschaftsspiel sowie mit sicher verwandelten Freiwürfen elf Punkte auf, während die Hessen nicht punkten konnten. 76:59 – eine komplett neue Spielsituation.

 

Nun ging es für die Gäste darum, wieder einen einstelligen Rückstand zu erreichen und dann schnell und trotzdem sicher zu punkten. Hanau war also gegen Ende der Partie viel stärker unter Druck als die Hausherren. Zu einem einstelligen Rückstand kam es erst zwei Minuten vor Schluss (79:70) – zu spät. Mit acht Punkten in den letzten zwei Minuten machten die Rockets den sprichwörtlichen Deckel drauf. Endstand 87:74.

 

Gäste-Coach Simon Cote listete die Gründe der Niederlage auf: „Es gibt einige Schlüsselpunkte, weshalb wir verloren haben: Körperlichkeit, Zweier nicht getroffen, nachlässige Ballverluste und Robert Oehle hat uns wehgetan. Das ist mein Fehler. Vielleicht hätte ich ihn mehr doppeln lassen sollen.“

 

Oehle kam insgesamt auf 18 Punkte. Dabei traf er alle seine vier Versuche aus dem Feld und jeden seiner zehn Freiwürfe. Das ist sehr gut für keinen ausgewiesenen Scharfschützen im Team. Die Freiwurfquote der Rockets insgesamt: 95 Prozent (20/21).

 

„Wir hatten heute länger Luft um physisch zu spielen. Der Sieg ist gut für uns und unser Selbstvertrauen. Das nimmt man nicht einfach aus der Schublade“, so Ivan Pavic. Für ihn hat auch David Hicks erneut eine große Rolle gespielt: „David hat sein zweites Spiel für uns gemacht. Er hat rotzfreche Würfe genommen und getroffen. Das kann sich gern auf andere übertragen.“ David Hicks wurde mit 23 Punkten Top-Scorer der Partie. Pavic: „Ich erwarte aber mehr von ihm – nicht nur das Scoring, auf das die meisten schauen. Er soll die Mannschaft auch mit seiner Emotionalität ziehen.“

 

Emotional könnte es auch am 5. August werden. Wie kurz vor dem Spiel direkt in der Messe Erfurt bekannt wurde, findet dann ein Basketball-Länderspiel an selber Stelle statt. Ralph Held, Sportdirektor des Deutschen Basketball Bundes, verkündete gemeinsam mit seinem Leiter für Öffentlichkeitsarbeit, Christoph Büker, sowie mit Rockets-Geschäftsführer Thomas Fleddermann und Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung der Oettinger Rockets, dieses Event: Am 5. August spielt die Deutsche Nationalmannschaft in der Messehalle Erfurt ein Vorbereitungsspiel auf die Europameisterschaft (EuroBasket in Israel) gegen Belgien. Neben den Top-Spielern aus der easyCredit BBL sind dann auch die Spanien-Legionäre sowie natürlich die Stars aus der NBA in Thüringen zu Gast. „Das ist eine außerordentliche Ehre, dass sich der Deutsche Basketball Bund entschieden hat, eines von drei Länderspielen in der Vorbereitung hier in Erfurt auszutragen“, kommentiert Ivan Pavic.

 

Er und seine Jungs müssen allerdings etwas kurzfristiger denken – immerhin hat die Mannschaft „erst“ eins von drei Spielen innerhalb von sechs Tagen hinter sich: Für die Oettinger Rockets geht es am kommenden Doppelspieltag nach Paderborn sowie Dresden, bevor sie dann am 26. Februar wieder vor heimischer Kulisse spielen. Gegner ist dann Team Ehingen Urspring.