Oettinger Rockets unterliegen im vorletzten Saisonspiel

Die Oettinger Rockets haben das erste von zwei Finalspielen um den Meistertitel der 2. Basketball-Bundesliga ProA verloren. Sie unterlagen dem Mitteldeutschen Basketball Club am vergangenen Freitag im Auswärtsspiel in Weißenfels mit 80:87. „Diese Spiele haben für mich aber nur noch Freundschaftsspielcharakter“, sagte Rockets-Coach Ivan Pavic nach der Partie.

 

So verwunderte es auch nicht, dass die beiden sowieso schon verletzten Play-Off-Kämpfer Darrel Mitchell und Grant Gibbs für 40 Minuten auf der Bank Platz nahmen, nicht mal Spielkleidung trugen. „Gibbs hat seit Wochen eine Bauchmuskelzerrung. Jeder, der weiß, was das bedeutet, weiß, wie sehr er sich im Dienst der Mannschaft geopfert hat. Das verlangt mir meinen größten Respekt ab“, erkläre Ivan Pavic. Der Head Coach weiter: „Selbes gilt für Darrel Mitchell. Auch er hatte schon in den Play-Offs mit einer verletzten Schulter gespielt und hat es allen Kritikern – auch rund um die Organisation – gezeigt. Letzten Endes hat Mitchell dem Verein den größten Erfolg beschert, den die Rockets jemals hatten.“

 

Pavic sprach von vergangenem Mittwoch, als sich die Raketen knapp gegen die Niners Chemnitz durchsetzten und damit in die erste Basketball-Bundesliga (easyCredit BBL) aufgestiegen sind. Mitchell hatte mit drei versenkten Dreiern in der Schlussphase einen großen Anteil am Sieg und seinen Auswirkungen. Zudem spielte er super in den Play-Offs, war in fünf Spielen gegen Chemnitz viermal Topscorer seiner Mannschaft. Weder Gibbs noch Mitchell werden am Sonntag im zweiten Finalspiel auflaufen.

 

In der kurzen Finalserie wird der Ligameister zwischen den beiden Aufsteigern bestimmt. Nach einer überragenden Saison und nur drei Niederlagen – die Play-Offs eingerechnet – hat der MBC die besseren Karten. Auch weil sie nun mit sieben Punkten führen. In den beiden Finalspielen gewinnt entweder eine Mannschaft zweimal oder es entscheidet der Korbdifferenz.

 

Dass sich die Wölfe aus Weißenfels überhaupt über diesen Vorsprung freuen können, liegt an Andrew Warren. Er steuerte 35 Punkte bei! Pavic: „Das ist eigentlich das einzige, das mich stört: Man kann ein guter Spieler sein, man kann auch gut freigespielt sein, aber 35 Punkte gegen uns sind einfach zu viel.“ Marcus Hatten verletzte sich bei der Landung nach einem Korbleger am Bein und kam nur auf zwei Punkte. „Es wäre nicht clever gewesen, ihn weiterspielen zu lassen“, sagte sein Coach Igor Jovovic.

 

Auf Seiten der Oettinger Rockets ragte der 2,09 Meter große Robert Oehle nicht nur wörtlich heraus: Der Center kam auf 25 Punkte und 15 Rebounds. Glückwunsch zum Double-Double. Für die Basketball-Kenner: Oehle hatte eine Effektivität von 34. Das sind nur vier Wertungspunkte weniger als beim Topscorer Warren.

 

Aber nicht nur auf dem Papier ging Oehle voran. Er zeigte Kampf, Willen und wurde seiner Vorbildrolle in Abwesenheit von Mitchell und Gibbs gerecht. Ivan Pavic ließ jeden spielen. Kullamäe und Grof begannen übrigens mit Watts, Oehle und Hicks. Später kamen noch Gomila, Franklin und Dilhan Durant sowie natürlich die etablierten DiLeo, Allen und Schmidkunz.

 

Obwohl die Partie sehr offen geführt wurde, obwohl die Raketen die Schlagdistanz hielten, müssen sie den Wölfen doch eine gewisse Dominanz zugestehen. Nach dem Spielstand von 8:6 für die Rockets nach 3 Minuten und 55 Sekunden führten fortan nur die Hausherren in der Stadthalle Weißenfels.

 

Dennoch sind es letztlich nur sieben Punkte. Das Spiel am Sonntag birgt also noch eine gewisse Spannung. Zur Rivalität wird es deswegen nicht kommen. Die Ziele wurden erreicht, teilweise sogar mehr. Außerdem unterstützen einige MBC-Fans die Oettinger Rockets während den Play-Offs gegen Crailsheim als auch gegen Chemnitz. Die orangenen Wölfe waren in den blau gekleideten Rockets-Fans gut zu erkennen. „Das ist mir in Spiel vier gegen Crailsheim aufgefallen. Das habe ich mir in der Messe Erfurt angesehen. Ich weiß zwar nicht, woher diese Freundschaft kommt, aber es freut mich sehr“, meinte Wölfe-Trainer Jovovic

 

Er attestierte den Oettinger Rockets viel Charakter und sagte auch, dass es ein hartes Spiel war, sogar härter als erwartet. Weiter geht es mit der Finalserie am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr in Weißenfels. Dann werden die Pokale übergeben und gemeinsam kräftig gefeiert. Schon als die Raketen mit Rasta Vechta in die ProA aufgestiegen sind, entstand daraus eine Fanfreundschaft, die bis heute besteht. Vielleicht kommt nun eine zweite hinzu.