Finsterer Abend mit einem Lichtblick

Im Hinblick auf die Strahlkraft der Lichtquellen zählt die Hakro Arena in Crailsheim wohl kaum zu den leuchtenden Vorbildern der 2. Bundesliga ProA. Doch an der suboptimalen Ausleuchtung der stimmungsvollen Kulisse lag es mit Sicherheit nicht, dass die Oettinger Rockets Gotha gestern einen finsteren Abend erlebten. Denn ihre Leistung versprühte wenig Glanz, Lichtblicke blieben rar. Letztlich mussten sie sich den Crailsheim Merlins mit 73:88 (36:42) geschlagen geben – und abermals an die eigene Nase fassen. Für die Niederlage waren in erster Linie die Rockets selbst verantwortlich.

Während sich die Merlins mit diesem hart erarbeiteten Erfolg endgültig den Klassenverbleib sicherten und nebenbei auch für die knappe Hinspielniederlage revanchierten, blieb die Mission „Happy End“ der Rockets sprichwörtlich in den Startlöchern stecken. Die Frage nach dem Warum konnte ein sichtlich enttäuschter Head Coach Christoph Nicol bei der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht abschließend beantworten. Unübersehbar war aber auch für ihn, dass die Hausherren einfach mehr investiert hatten. Das spiegelte sich für den Rockets-Coach vor allem darin wider, „dass Crailsheim gefühlt aus allen Hustleplays als Sieger hervorging“.

Ausschlaggebend für die Niederlage war aber nicht zuletzt mangelnde Konstanz. Symptomatisch dafür sind die Minuten nach dem Seitenwechsel: Die Rockets erwischten einen guten Start in die zweite Hälfte, verkürzten durch Treffer von Chase Griffin und Dmitrij Kreis schnell auf 40:42 (21.), hatten also das Momentum auf ihrer Seite, verloren dann aber die Linie, den Anschluss und das Spiel.

Für einen der wenigen Lichtblicke des Abends sorgte am Ende die Nachricht, dass die MLP Academics Heidelberg zeitgleich bei den Kirchheim Knights mit 95:89 gewonnen hatten. Deshalb liegen die Rockets nach wie vor auf Rang 14 – und die Chancen, diesen Platz am letzten Spieltag der Hauptrunde behaupten zu können, stehen nicht schlecht.

Nun ist es in erster Linie an der Mannschaft, das Beste aus dieser Situation zu machen – sprich: Die Saison morgen mit einem überzeugenden Heimsieg gegen die BV Chemnitz 99 (Tip-Off: 20.30 Uhr) zu beenden.

Crailsheim Merlins – Oettinger Rockets Gotha 88:73 (42:36)

Viertel: 23:15 / 19:21 / 19:16 / 27:21

Oettinger Rockets Gotha: Person (8 Punkte / 2 von 2 Freiwürfen), Griffin (10 / 2 von 3 / 2 Dreier), Watson (7 / – / 1), Niebuhr (16 / 2 von 2), Kreis (2), Schaffrath (8 / 2 von 4), Baker (15 / – / 3), Selvig (0), Lipke (2), Kuppe (5 / – / 1)

Crailsheim Merlins: Crow (9 / 3 von 3), Karamatskos (0), Szewczyk (2), Coleman (11 / 1 von 2 / 2), Moore (17 / 6 von 6 / 1), Friedel (10 / – / 2), Lagrange (nicht eingesetzt), Buck (0), Sivorotka (nicht eingesetzt), Lischka (11 / 3 von 5), Rose (3 / – / 1), Johnson (25 / 1 von 1)

Zweier Gotha: 22 von 47 (47 %)

Zweier Crailsheim: 28 von 41 (68 %)

Dreier Gotha: 7 von 18 (39 %)

Dreier Crailsheim: 6 von 21 (29 %)

Freiwürfe Gotha: 8 von 11 (73 %)

Freiwürfe Crailsheim: 14 von 17 (82 %)

Rebounds Gotha: 32 (11 Offense / 21 Defense)

Rebounds Crailsheim: 33 (7 / 26)

Assists Gotha: 18

Assists Crailsheim: 17

Turnover Gotha: 15

Turnover Crailsheim: 12

Website der Crailsheim Merlins.