„Es gab gute Gründe, in Gotha zu bleiben!“

Nach der Saison ist vor der Saison. Bereits am Tag nach der letzten Playoff-Schlacht gegen die s.Oliver Baskets aus Würzburg wurden bei den Oettinger Rockets Gotha die Weichen für die Spielzeit 2015/2016 gestellt. Power Forward Marco Völler, einer der Garanten der erfolgreichsten Saison seit dem Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProA, verlängerte seinen Vertrag um ein weiteres Jahr. Mit seiner Unterschrift gab der 26-Jährige auch den Anstoß für ein Gespräch mit dem Blick zurück in die Zukunft.

Marco, Du hast Deinen Vertrag bei den Oettinger Rockets Gotha um ein Jahr verlängert. Was gab für Dich den Ausschlag, hier zu bleiben?

Für mich gab es einige gute Gründe, in Gotha zu bleiben. Wir haben eine starke Saison gespielt, ich habe mich sowohl mit den Coaches als auch mit meinen Mitspielern sehr gut verstanden und fühle mich wohl hier. Da spielen natürlich auch das Umfeld, die Organisation und die Fans eine große Rolle.

Zwischen dem Ende der Saison 2014/2015 und Deiner Unterschrift unter den neuen Vertrag lagen keine 24 Stunden. Stand Dein Entschluss schon länger fest, oder hast Du das aus dem Bauch heraus entschieden?

Nein, das war nicht spontan, sondern schon geplant. Wie gesagt: Für mich gab’s einige gute Gründe, hier zu bleiben. Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht. Zudem war mir wichtig, dass ich weiß, woran ich bin.

Ist Dir Kontinuität generell wichtig?

Auf alle Fälle. Was bringt es mir, wenn ich pokere und am Ende in der Luft hänge? Nein, das ist nicht mein Ding!

Mit einigen Tagen Abstand zum letzten Spiel der Saison: Wie fällt Dein ganz persönliches Fazit aus?

Keine Frage, ich bin natürlich sehr stolz auf das, was wir als Mannschaft erreicht haben. Es gab so viele wunderbare Momente in dieser Saison. Sicher waren da auch Phasen, in denen es nicht ganz so gut lief. Aber am Ende überwiegt eindeutig das Positive: He, wir waren das beste Defense-Team der Hauptrunde!

Du warst Starting-Five-Spieler, hast im Schnitt 8,3 Punkte erzielt und 5,2 Rebounds gepflückt. Zufrieden mit dieser Bilanz?

Die persönliche Statistik ist nebensächlich. Im Vordergrund stand bei uns immer das Team: Das spiegelt ja auch den großartigen Charakter unserer Mannschaft wider und war mit Sicherheit der Grundstein für unseren Erfolg. Mir hat es riesigen Spaß gemacht, Teil dieses Teams zu sein!

Gibt es einen Punkt, an dem Du für Dich die größten Fortschritte registriert hast?

Ich denke, den größten Fortschritt habe ich wohl in Sachen Spielverständnis gemacht. Da spielt ja auch die Erfahrung eine große Rolle, die jeder sammeln muss. Auch an diesem Punkt habe ich sehr von unseren beiden Coaches profitiert, die ja beide über sehr viel Erfahrung verfügen.

Wo siehst Du noch Luft nach oben?

Ach, bei mir gibt’s ja noch einige Baustellen (lacht). Verbessern muss ich am ehesten mein Ballhandling und den Wurf.

Rückblickend: Was war Dein Highlight der abgelaufenen Saison?

Natürlich die Playoffs. Das Viertelfinale mit den Derbys gegen Jena, die sensationelle Stimmung bei den Spielen, aber auch der Schlagabtausch mit den s.Oliver Baskets im Halbfinale – das habe ich so noch nicht erlebt. Eine tolle Erfahrung!

Apropos Erfahrung: Als bedeutendsten Moment Deiner Karriere als Basketballer hast Du Dein allererstes Training bezeichnet. Warum?

Ganz einfach, weil mein erstes Training den Ausgangspunkt meiner Karriere markiert. Ich war damals ja schon 14 Jahre alt, habe also ziemlich spät angefangen. Aber mein erstes Training hat mir auf Anhieb Spaß gemacht, mein Trainer wollte mich sofort da behalten – da bin ich sozusagen mit dem Basketball-Virus infiziert worden.

Abschließend, auf Deiner Autogramm-Karte hattest Du bei Lieblingsbewegung „Löffel zum Mund führen“ vermerkt – was wohl soviel bedeutet wie: Du isst gerne. Hat Dir die Thüringische Küche den Verbleib in Gotha auch ein wenig schmackhaft gemacht?

Nein (lacht), das zu behaupten, wäre wohl etwas übertrieben. Ich esse zwar gerne, aber als Leistungssportler achte ich natürlich auf die Ernährung. Auch deshalb bin ich der Thüringischen Küche noch nicht so tief auf den Grund gegangen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: Ich bin ja mindestens noch ein Jahr hier!

Danke für das Gespräch!

Das Gespräch führte Wolfgang Gleichmar.