Ende einer starken Saison und der Zeit im Zelt

Also doch: Der 23. April 2016 wird in der Tat als der Tag in die Geschichte von Basketball in Gotha eingehen, an dem die Oettinger Rockets ihre letzte große Schlacht in der ausverkauften „Blauen Hölle“ in Gotha-Ost geschlagen haben. Deshalb hat seit gestern Abend Gültigkeit, was viele Fans schon nach dem denkbar knapp verlorenen Heimspiel am vergangenen Samstag festgestellt haben: „Wenn das tatsächlich die letzte Partie der Rockets in unserem Festzelt gewesen sein sollte, dann war es ein denkwürdiger Abschied, der den größten Respekt verdient hat!“

Mit anderen Worten: Für die Rockets gibt es kein Zurück mehr nach Gotha-Ost. Denn das Team von Head Coach Chris Ensminger hat gestern Abend im RASTA-Dome das dritte Spiel der Playoff-Halbfinal-Serie gegen RASTA Vechta mit 55:78 (24:37) verloren. Somit hat der Liga-Primus aus Niedersachsen seinen 25. Sieg in Folge verbucht, die Serie gegen Gotha mit 3:0 gewonnen und vor allem sein größtes Ziel erreicht: die Rückkehr in die Beko Basketball-Bundesliga.

Anders als noch vor vier Jahren, als beide Teams das Playoff-Finale der 2. Basketball-Bundesliga ProB bestritten und nach dem zweiten Spiel in Vechta gemeinsam den Aufstieg in die ProA gefeiert haben, ließ gestern nur eine Mannschaft die Korken knallen: RASTA Vechta.

Wenngleich sich die Gothaer abermals mit allem, was ihnen zur Verfügung stand, gegen die Niederlage und das Saisonende stemmten: Letztlich mussten sie anerkennen, dass RASTA in dieser Serie die bessere Mannschaft war und verdient den Einzug ins Finale um die Meisterschaft gepackt hat. Kurzum: Glückwunsch nach Vechta zum Aufstieg!

„Ich bin einmal mehr sehr stolz auf meine Mannschaft, sie hat wieder großartig gekämpft und alles versucht, um unseren Fans noch ein weiteres Heimspiel zu bescheren. Jetzt ist es müßig, über die Gründe zu diskutieren, warum das nicht geklappt hat. Aber uns allen war von vornherein klar, dass es in dieser Serie verdammt schwer wird und wir unsere allerbeste Leistung abliefern müssen, um gegen die stärkste Mannschaft der Liga ein Spiel gewinnen zu können – das ist uns leider nicht gelungen“, sagte Rockets-Coach Chris Ensminger nach der Partie. „Dennoch war es eine starke Saison, in der am Ende eindeutig die positiven Aspekte überwiegen. Denn wir haben mit einer jungen Mannschaft und vielen neuen Spielern sehr viel erreicht, die gute Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt und zum zweiten Mal in Folge den Einzug ins Playoff-Halbfinale geschafft!“

Dass die Rockets gestern überhaupt im RASTA-Dome auf dem Parkett stehen konnten, ist rückblickend gewiss der größte Erfolg der Saison 2015/2016. Denn bekanntlich feierte das Team im Playoff-Viertelfinale ein grandioses Comeback, holte einen 0:2-Rückstand samt deutlichem Pausenrückstand im dritten Spiel auf und entschied die Serie noch mit 3:2 für sich.

Allerdings hat dieses „Meisterstück“ auch jede Menge Kraft gekostet, die in der Serie gegen RASTA gefehlt hat. Das machte sich vor allem deshalb deutlich bemerkbar, weil Vechta eine exzellent besetzte und sehr erfahrene Mannschaft hat, die zudem im Viertelfinale rent4office Nürnberg mit 3:0 besiegen konnte und somit zwei Playoff-Spiele weniger in den Knochen hatte. Freilich war das keineswegs der einzige Grund, weshalb die Saison 2015/2016 für die Rockets gestern im RASTA-Dome endete.

Derweil wird es noch ein letztes Pflichtspiel in der „Blauen Hölle“ in Gotha-Ost geben. Am kommenden Sonntag, 1. Mai, absolvieren nämlich die Oettinger Junior Rockets die zweite Partie der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen die Metropol Baskets Ruhr (Tip-Off: 14 Uhr / Eintritt frei). Dann können die Gothaer Talente, die das erste Spiel in Recklinghausen mit 90:82 gewonnen haben, Geschichte schreiben und als Aufsteiger ins Final Four der Jugend-Basketball-Bundesliga einziehen. Das wäre dann doch noch eine grandiose Zugabe für die „Blaue Hölle“ in Gotha-Ost und ganz gewiss auch ein sehr gutes Zeichen für die Zukunft des Basketball-Standortes Gotha.

RASTA Vechta – Oettinger Rockets Gotha 78:55 (37:24)

Viertel: 21:12 / 16:12 (37:24) / 14:10 (51:34) / 27:21 (78:55)

RASTA Vechta: Medlock (26:16 Minuten / 10 Punkte / 4 Assists / 6 Rebounds), Griffin (29:14 / 12 / 2 / 0), Dunbar (20:03 / 7 / 0 / 4), Njei (nicht eingesetzt), Warech (23:00 / 8 / 0 / 4), Franke (2:31 / 2 / 0 / 1), Allen (21:44 / 6 / 3 / 7), Lawson (13:57 / 0 / 2 / 5), Obiango (nicht eingesetzt), Gibson (21:27 / 16 / 1 / 7), Standhardinger (25:56 / 13 / 0 / 7), Mackeldanz (15:52 / 4 / 1 / 5)

Oettinger Rockets Gotha: Guyton (28:33 Minuten / 9 Punkte / 3 Assists / 0 Rebounds), DiLeo (29:47 / 13 / 0 / 7), Razis (12:15 / 0 / 2 / 0), Lodders (12:19 / 0 / 1 / 2), Durant (12:15 / 0 / 2 / 0), Woods (8:35), Johnson (22:50 / 4 / 0 / 4), Lawson (22:06 / 15 / 0 / 2), Völler (25:14 / 11 / 0 / 2), Gomila (22:59 / 3 / 1 / 6)

Zweier Vechta: 17 von 42 (40 Prozent)

Zweier Gotha: 13 von 33 (39 Prozent)

Dreier Vechta: 6 von 18 (33 Prozent)

Dreier Gotha: 6 von 19 (32 Prozent)

Freiwürfe Vechta: 26 von 42 (62 Prozent)

Freiwürfe Gotha: 11 von 14 (79 Prozent)

Punkte von der Bank Vechta: 36

Punkte von der Bank Gotha: 14

Rebounds Vechta: 50 (21 Offense / 29 Defense)

Rebounds Gotha: 30 (6 / 24)

Assists Vechta: 13

Assists Gotha: 8

Ballverluste Vechta: 10

Ballverluste Gotha: 14

Ballgewinne Vechta: 10

Ballgewinne Gotha: 5

Zuschauer: 3.140 (70. Mal in Folge ausverkauft)

Spielbericht von RASTA Vechta.