Einen Punkt weniger als der Zweite

Die gute Nachricht vorweg: Für die Oettinger Rockets Gotha ging’s am 11. Spieltag der Saison 2012/2013 einen Platz aufwärts. Der Aufsteiger verließ die Abstiegsplätze und liegt nunmehr auf Rang 14.

Dass es nicht noch drei Plätze weiter nach oben ging, lag am Ausgang der Samstags-Partie in der „Blauen Hölle“. Denn am Ende eines wahren Basketball-Krimis mussten sich die Rockets der BG Karlsruhe mit 77:78 (32:41) geschlagen geben. Während die Gothaer die fünfte vermeidbare Heimniederlage in Folge kassierten, verbuchten die Gäste aus Baden-Württemberg bereits ihren dritten Zittersieg mit nur einem Punkt Vorsprung. Karlsruhe ist nach wie vor die Nummer zwei der Tabelle.

Besonders bitter für die Rockets: Sekunden vor Ultimo hatten sie es in der Hand, mit dem letzten Angriff der Partie den zweiten Heimsieg der Saison dingfest zu machen. Allerdings verfehlte Torvoris Bakers Wurf das Ziel. Einen Augenblick später ertönte die Schlusssirene. Ihr eindringliches Geräusch beförderte den Geräuschpegel in der gut gefüllten „Blauen Hölle“ schlagartig in den Keller.

„So brutal kann Basketball sein“, sagte Yvonne Schäfer, die das Rockets-Team erneut mit Christoph Nicol betreute. Allerdings machte sie die Niederlage nicht an den letzten Sekunden fest. „Wir verlieren ein Spiel nicht durch einen Fehler, sondern immer durch die Summe aller Fehler. Und wir haben heute vor allem im zweiten Viertel zu viele Fehler gemacht.“

Dabei begann die Partie ganz nach dem Geschmack der Fans: Leo Niebuhr schloss den allerersten Angriff mit einem krachenden Dunking ab und gab somit das richtige Signal für ein starkes erstes Viertel, in dem die Rockets konzentriert und konsequent agierten. Doch davon ließen sich die Gäste nicht beeindrucken. So schlossen ihre Scharfschützen Nils Menck (insgesamt 4 Dreier) und Rouven Roessler (insgesamt 6 Dreier) die ersten vier erfolgreichen Angriffe jeweils mit einem Dreier ab.

Dennoch hatten die Hausherren am Ende des Durchgangs die Nase vorne – und das zweite Viertel begann ebenfalls vielversprechend: Chase Griffin versenkte einen Dreier zum 24:19 (12.). Allerdings verloren die Rockets anschließend ihre Linie. „Warum auch immer: In dieser Phase haben wir uns nicht an den Gameplan gehalten und zu oft versucht, über Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen“, sagte Christoph Nicol bei der Pressekonferenz nach der Begegnung. „Das waren die Minuten, die sich am Ende gerächt haben. Aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen: Insgesamt gesehen haben sie erneut ein starkes Spiel gezeigt, bei dem in erster Linie das Endergebnis nicht passt.“

Denn in der besagten Phase im zweiten Viertel gelang den Rockets fast sechs Minuten kein Korb. Hingegen drehte die BG auf und das Spiel. Bis zum Seitenwechsel hatte der Tabellenzweite den Fünf-Punkte-Rückstand in eine Zwölf-Punkte-Führung verwandelt. Torvoris Bakers Dreier brachte Gotha in der letzten Sekunde auf neun Zähler heran.

In der Pause fanden die Rockets-Trainer dann deutliche Worte – Tenor: „Wir können nur als Team gewinnen – also spielt auch als Team!“ An diese Ansage hielten sich die Rockets – mehr noch: Sie kämpften leidenschaftlich, verkürzten den Rückstand Punkt für Punkt und glichen im vierten Abschnitt aus.

Kurz zuvor hatte Leo Niebuhr die Fans mit einem Tip-Dunk zum 57:61 (33.) von den Plätzen gerissen, es folgte ein Dreier von Chase Griffin zum 60:61 (34.). Der US-Boy war es auch, der im Anschluss per Freiwurf das 61:61 (34.) erzielte.

Zwar konnte sich Karlsruhe umgehend wieder absetzen (61:66 / 35.), doch abermals kamen die Rockets zurück. Zunächst war Leo Niebuhr zur Stelle, ehe Dmitrij Kreis mit einem Dreier erneut den Ausgleich erzielen konnte.

Was folgte, war ein offener Schlagabtausch mit einigen spektakulären Szenen. Dazu zählte unter anderem ein Fastbreak, den Jan Lipke mit einem Dunking abschloss – den Assist gab Chase Griffin, der in der Schlussphase „heiß lief“. So markierte er allein im vierten Viertel elf seiner insgesamt 22 Punkte. Auch deshalb sollte er den letztlich entscheidenden Angriff abschließen. Doch dieser Plan ging nicht auf – Chase Griffin wurde energisch verteidigt und musste den Ball abspielen…

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Mit 1297 Zuschauern konnte erneut eine neue Bestmarke für die „Blaue Hölle“ registriert werden. Das wiederum ist ein guter Grund, der BiG-Präsident Dirk Kollmar optimistisch stimmt: „Das ist unglaublich, wie die Fans und auch die Sponsoren unser Team unterstützen!“

Oettinger Rockets Gotha – BG Karlsruhe 77:78 (32:41)

Viertel: 21:19 / 11:22 / 17:15 / 28:22

Oettinger Rockets Gotha: Smith (7 Punkte), Griffin (22 / 5), Watson (0), Jackson (2), Niebuhr (12), Kreis (4 / 1 Dreier), Lathan (0), Baker (5 / 1 Dreier), Selvig (2), Lipke (15), Kuppe (8 / 1 Dreier)

BG Karlsruhe: Vierneisel (0), Harris (8), Hauer (0), Black (18), Stockton (9 / 1 Dreier), Roessler (20 / 6 Dreier), Richardson (9 / 1 Dreier), Menck (14 / 4 Dreier)

Zweier Gotha: 19 von 36 (53 %)

Zweier Karlsruhe: 15 von 27 (55 %)

Dreier Gotha: 8 von 27 (30 %)

Dreier Karlsruhe: 9 von 21 (43 %)

Freiwürfe Gotha: 15 von 20 (75 %)

Freiwürfe Karlsruhe: 12 von 16 (75 %)

Rebounds Gotha: 36 (8 Offense / 28 Defense)

Rebounds Karlsruhe: 34 (5 / 29)

Assists Gotha: 13

Assists Karlsruhe: 13

Turnover Gotha: 15

Turnover Karlsruhe: 13

Zuschauer: 1297 (neue Bestmarke für die Blaue Hölle)

BiG-Bilder-Galerie zum Spiel gegen die BG Karlsruhe.

Spielbericht der BG Karlsruhe.