Do or die: Rockets müssen am Dienstag siegen

Never give up! Im Verlauf der Saison 2015/2016 gab es mehr als ein Spiel, in dem es die Oettinger Rockets Gotha spannender gemacht haben, als das zwingend nötig gewesen wäre, um sich schlussendlich am eigenen Schopf aus dem Schlamassel zu ziehen. Und genau diese Tugend ist jetzt auch im Playoff-Viertelfinale gefragt!

Denn das Team von Head Coach Chris Ensminger hat heute auch das zweite Spiel der Serie gegen die Hamburg Towers knapp verloren. In der mit 3.400 Zuschauern restlos ausverkauften InselPark-Halle mussten sich die Gothaer am Ende einer packenden Playoff-Partie mit 81:84 (41:45) geschlagen geben. Somit liegen sie in der Best-of-Five-Serie mit 0:2 hinten – es bleibt also nur nur noch eine Option: die Flucht nach vorne.

„Es bringt nichts, ewig zu lamentieren – wir müssen diese Begegnung schleunigst auswerten, uns fokussieren und unsere gesamte Energie für das nächste Spiel bündeln“, sagte Head Coach Chris Ensminger nach einem Spiel mit Licht und Schatten. „Grundsätzlich haben wir heute einige Dinge besser gemacht als am Freitag, doch das war nicht genug. Wir erzielen bei einer der heimstärksten Mannschaften der Liga 81 Punkte, kassieren aber 84 – das heißt: Wir müssen uns zwingend in der Defense steigern – und das können wir auch. Ich bin fest davon überzeugt: Mit der Unterstützung unserer vielen tollen Fans kann uns ein Comeback gelingen!“

Viel fehlte nicht, und die Rockets hätten bereits in Hamburg ein Comeback feiern können. Denn nachdem sie einen ordentlichen Start hingelegt und zu Beginn des zweiten Viertels sogar mit acht Punkten (28:20 / 11.) geführt hatten, verloren sie zwischenzeitlich ihren Rhythmus und die Kontrolle. Schließlich gerieten sie nach dem Seitenwechsel erstmals deutlich ins Hintertreffen. Maßgeblichen Anteil daran hatte Bazoumana Kone, der in dieser Phase einen besonders großen Unterschied ausmachte. Allein in den ersten vier Minuten der zweiten Halbzeit markierte der Point Guard der Towers 13 seiner insgesamt 30 Punkte – mit einem Dreier zum 59:47 (26.) erzielte er zugleich die größte Führung für sein Team.

Es spricht für die Moral der Rockets, dass sie sich im Schlussabschnitt noch einmal herankämpfen konnten. Eine große Aktie daran hatte Max DiLeo, der nach dem Seitenwechsel insgesamt vier Dreier versenkte – zwei davon in der Crunch-Time zum 74:80 (37.) und zum 77:80 (38.). Wenig später verwandelte der Guard zwei Freiwürfe zum 79:82 (39.).

Allerdings war Max DiLeo am Ende auch ein Sinnbild dafür, was den Gothaern nicht nur kurz vor Ultimo fehlte: nämlich das nötige Quäntchen Glück. Als die Rockets eine halbe Minute vor Schluss den vielleicht wichtigsten Angriff der Begegnung einläuteten, rutschte der 23-Jährige beim Spielaufbau weg und verlor den Ball. Statt des möglichen Ausgleichs folgten zwei erfolgreiche Freiwürfe für Hamburg zum 79:84. Spätestens in dieser Situation wurde deutlich, wie eng Freud und Leid auch an diesem Tag beieinander lagen.

Folglich konnte sich am Ende auch niemand so recht darüber freuen, dass insgesamt sechs Gothaer zweistellig punkteten – allen voran Top-Scorer Joe Lawson mit 17 Zählern.

Dennoch mussten sich die Rockets letztlich an die eigene Nase fassen. Denn spielentscheidend waren die Ballverluste. Insgesamt 13 unterliefen ihnen im gesamten Spiel, lediglich sechs ihrem Gegner.

Kurzum: Die Rockets wissen, was sie besser machen müssen, und sie wissen sie, dass sie es besser machen können. Das haben sie in dieser Saison schon viele Male unter Beweis gestellt. Mit dieser Gewissheit nehmen sie am kommenden Dienstag in der „Blauen Hölle“ die dritte Partie der Serie in Angriff (Tip-Off: 20 Uhr). Dann heißt es allerdings: Do or die!

Hamburg Towers – Oettinger Rockets Gotha 84:81 (45:41)

Viertel: 20:26 / 25:15 (45:41) / 23:22 (68:63) / 16:18 (84:81)

Hamburg Towers: Roberson (15:32 Minuten / 12 Punkte / 0 Assist / 1 Rebound), Canty (29:16 / 7 / 1 / 0), Baues (18:41 / 2 / 0 / 4), Kiese (17:38 / 11 / 1 / 1), Kindzeka (nicht eingesetzt), Ferguson (30:08 / 2 / 2 / 4), Kittmann (21:50 / 4 / 0 / 3), Kone (32:10 / 30 / 4 / 5), Williams (31:53 / 16 / 1 / 9), Stielow (2:52)

Oettinger Rockets Gotha: Guyton (19:30 Minuten / 2 Punkte / 0 Assist / 4 Rebounds), Riewer (21:52 / 11 / 3 / 2), DiLeo (17:23 / 14 / 2 / 2), Razis (25:34 / 0 / 1 / 2), Durant (0:29), Dejworek (nicht eingesetzt), Lodders (0:19), Woods (14:40 / 2 / 1 / 1), Johnson (24:39 / 12 / 1 / 5), Lawson (29:32 / 17 / 0 / 4), Völler (25:30 / 12 /  1 / 8), Gomila (20:32 / 11 / 0 / 5)

Zweier Hamburg: 21 von 37 (57 Prozent)

Zweier Gotha: 20 von 37 (54 Prozent)

Dreier Hamburg: 8 von 26 (31 Prozent)

Dreier Gotha: 7 von 19 (37 Prozent)

Freiwürfe Hamburg: 18 von 23 (78 Prozent)

Freiwürfe Gotha: 20 von 29 (69 Prozent)

Punkte von der Bank Hamburg: 25

Punkte von der Bank Gotha: 39

Rebounds Hamburg: 31 (9 Offense / 22 Defense)

Rebounds Gotha: 38 (10 / 28)

Assists Hamburg: 9

Assists Gotha: 9

Ballverluste Hamburg: 6

Ballverluste Gotha: 13

Ballgewinne Hamburg: 3

Ballgewinne Gotha: 2

Zuschauer: 3400 (ausverkauft)

Spielbericht der Hamburg Towers.

2. Bundesliga ProA – Playoff-Viertelfinale – Spiel 3

Dienstag 20.00 Uhr, Oettinger Rockets Gotha – Hamburg Towers

(Spielort: Blaue Hölle, Kindleber Straße 138, 99867 Gotha)