Oettinger Rockets starten mit Niederlage ins Halbfinale

Die Oettinger Rockets haben am vergangenen Sonntag mit 63:74 gegen die Niners Chemnitz verloren. Nach dieser Auswärtsniederlage führen die Sachsen mit 1:0 Siegen im Halbfinale der 2. Basketball-Bundesliga ProA.

63 Punkte sind die wenigsten, die die Raketen in der aktuellen Saison erzielt haben. „Sicherlich ist es kaum möglich, mit einer Wurfquote von unter 30 Prozent ein Play-Off-Spiel zu gewinnen“, meinte Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Rockets. Sie trafen nur 20 ihrer 68 Würfe aus dem Feld (29 Prozent).

Das ist mit Sicherheit zu wenig. Gerade mit Blick auf den Stellenwert dieser Partie. Immerhin geht es um den Aufstieg in die easyCredit BBL. Wer von beiden Mannschaften zuerst drei direkte Duelle für sich entscheidet, darf in der kommenden Saison in der höchsten deutschen Klasse spielen.

Es dauerte seine Zeit bis die Gastgeber in der Richard-Hartmann-Halle auf Betriebstemperatur kamen. Bei den Rockets schien das zu keinem Zeitpunkt im Spiel der Fall gewesen zu sein. „Wir haben uns viel zu sehr den Stempel aufdrücken lassen und nicht wirklich unser eigenes Spiel gespielt“, erklärte Head Coach Ivan Pavic nach dem Spiel.

Die Partie begann mit drei verschiedenen Freiwerfern bevor ein Ball nach einem Feldwurf durch die Reuse fand. Daraus resultierte die höchste Führung der Raketen beim Stand von 4:1. Anschließend übernahm Chemnitz, die auch nicht ihre beste Leistung zeigten.

Für Wolfgang Heyder haben sich die Oettinger Rockets in der ersten Halbzeit noch einige gute Würfe erarbeitet, sie scheiterten aber am Wurf selbst. Ein Beispiel: Nach 17 gespielten Minuten und 12 erfolglosen Versuchen traf David Hicks den ersten Dreier für die Rockets.

„In der zweiten Hälfte haben sie es leider mit der Brechstange und vielen Einzelaktionen versucht. Das funktioniert nie“, so Heyder. Zudem habe dann auch die defensive Leistung nachgelassen.

Nach der Führung zu Beginn, konnten die Raketen nur ein weiteres Mal einen Vorsprung erspielen – allerdings nur den minimal möglichen (39:38 / 3. Viertel). Danach gaben die Sachsen die Führung nicht mehr her.

Rodrigo Pastore, Head Coach der Niners, lobte die 2508 Zuschauer in der Richard-Hartmann-Halle für die Play-Off- und gleichzeitig Derby-Stimmung. Dementsprechend groß war anschließend die Freude über den Sieg im ersten Halbfinale der Vereinsgeschichte. Dass die Chemnitzer diesen trotz 17 Ballverlusten feiern konnten, liegt einzig am offensiven Totalausfall der Oettinger Rockets.

Wer sich sichtlich gegen die Niederlage stemmte, waren Topscorer Darrel Mitchell (24 Punkte) und David Hicks (17). Außer ihnen traf keine Rakete zweistellig. Zusammengerechnet holten sie rund die Hälfte der Rockets-Punkte, nahmen sich aber auch die Hälfte aller Würfe. Dane Watts blieb bei sieben Punkten, Oehle bei sechs und zehn Rebounds. Max DiLeo konnte nicht an sein gutes vorheriges Spiel anknüpfen und kam nur auf vier Punkte, Grant Gibbs holte zwei und Schmidkunz drei Punkte. Alle verbliebenen Spieler trafen nicht.

Bis zum nächsten Aufeinandertreffen am Mittwoch muss sich für Ivan Pavic einiges ändern. Dabei ist für den Head Coach das Wichtigste, „dass wir wieder unser eigenes Spiel machen und uns keins aufdrücken lassen“. Wolfgang Heyder formulierte es so: „Jetzt heißt es, Mund abwischen und am Mittwoch den Spieß umdrehen – mit Teamplay und großer Intensität in der Verteidigung.“

Die Begegnung am kommenden Mittwoch beginnt um 19.30 Uhr in der Messe Erfurt. Wie der Verein bittet, möchten sich die Gäste play-off-gemäß alle mit einem blauen Oberteil kleiden. Karten gibt es an der Abendkasse.