Bonn gewinnt Cup und Gotha wichtige Erkenntnisse

Bei der Weltmeisterschaft in Spanien hat die Basketball-Nation Litauen am Wochenende einen großen Wurf denkbar knapp verpasst. Im Spiel um Platz drei gegen Frankreich fehlten am Ende lediglich drei Pünktchen (93:95) zur Bronzemedaille. Besser lief’s für die Farben von Lietuva fast zeitgleich im 1650 Kilometer (Luftlinie) von Madrid entfernten Gotha. Hier gab’s gestern zumindest für einen Litauer einen guten Grund zum Jubeln. Denn Benas Veikalas triumphierte mit den Telekom Baskets Bonn beim 5. Oettinger PreSeason-Cup. Im Finale behielten die Rheinländer gegen den Dänischen Meister Bakken Bears mit 101:61 (48:40) die Oberhand. Somit wurden sie der Favoritenrolle in souveräner Manier gerecht.

Deshalb konnte Benas Veikalas, Kapitän des Teams aus der Beko Basketball-Bundesliga, kurz vor 18 Uhr den stattlichen Siegerpokal euphorisch in die Höhe recken. Anschließend erhoben die Sieger ihre Gläser und kosteten die Siegprämie – frisch gezapftes Oettinger Pils – in vollen Zügen aus.

Dieses kollektive Prosit markierte den Schlusspunkt eines rundum gelungenen Turniers in der „Blauen Hölle“, die an beiden Tagen sehr gut gefüllt war. „Wir sind mit dem Verlauf des PreSeason-Cups sehr zufrieden“, sagte Thomas Fleddermann, Leiter der BiG-Geschäftsstelle. „Die Fans waren von den vier hochklassigen Partien ebenso begeistert wie unsere Gäste von der Atmosphäre und der Organisation. Die Jungs aus Dänemark haben bereits gefragt, ob sie nächstes Jahr wieder kommen können: Sie fühlen sich in Gotha pudelwohl!“

Die Dänen, die bereits zum dritten Mal in Folge beim PreSeason-Cup am Ball waren, hatten am Samstag die Weichen für das Finale gestellt. Vor 1200 Zuschauern landeten sie im Abendspiel einen knappen, aber keineswegs unverdienten 77:75-Sieg (31:29) gegen die Oettinger Rockets Gotha. Zuvor hatten sich die Telekom Baskets Bonn im Auftaktmatch gegen die s.Oliver Baskets aus Würzburg mit 87:77 (45:45) behauptet.

Folglich standen sich gestern Nachmittag im kleinen Finale die Rockets und die s.Oliver Baskets gegenüber. Zwar konnten die Hausherren den zweiten Härtetest innerhalb von 24 Stunden, den erneut mehr als 1000 Zuschauer verfolgten, nicht gewinnen (70:81 / 34:34). Doch die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Nicht zuletzt, weil die Unterfranken als haushoher Favorit für die Saison 2014/2015 in der 2. Basketball-Bundesliga ProA gehandelt werden. Diesem Top-Team begegneten die Rockets über weite Strecken auf Augenhöhe – mehr noch: Sie lagen in der ersten Halbzeit fast durchweg in Führung und begeisterten ihre Fans mit vielen gelungenen Spielzügen. Erst nach dem Seitenwechsel konnten sich die Würzburger leicht absetzen. Den herausgespielten Vorsprung gaben sie schließlich nicht mehr aus der Hand.

„Für uns war das gesamte Turnier, vor allem aber das Spiel gegen Würzburg eine wichtige Standortbestimmung“, sagte Rockets-Coach Chris Ensminger nach der Partie um Platz drei, in der seine Schützlinge lange Zeit sehr gut mitgehalten haben. Vor allem deshalb konnte letztlich keineswegs vom „undankbaren“ vierten Platz die Rede sein. Schließlich waren zum PreSeason-Cup ganz bewusst drei sehr starke Teams eingeladen worden.

Zudem konnten sich die Rockets am Wochenende mit der Stimmung in der „Blauen Hölle“ vertraut machen. „Ich bin unseren Fans sehr dankbar, dass sie so zahlreich bei unserer Heim-Premiere erschienen sind und uns so lautstark angefeuert haben“, sagte Chris Ensminger. „So konnten sich unsere neuen Spieler an diese tolle Atmosphäre gewöhnen – das ist wichtig im Hinblick auf den Saisonstart, bei dem sicher noch mehr Leute noch mehr Rabatz machen werden…“

Reger Andrang herrschte gestern bereits um die Mittagszeit in der „Blauen Hölle“. Denn die BiG-Organisation hatte alle Sponsoren zum Brunch in den VIP-Bereich eingeladen. BiG-Präsidentin Astrid Kollmar dankte den Gästen für die Unterstützung, ließ jüngste Erfolge wie die erfolgreiche Premiere für die BiG-Profil-Klasse am Arnoldigymnasium Revue passieren und steckte gemeinsam mit ihrem Team die Ziele für die neue Saison ab.

Die Rockets wollen am Ende der bevorstehenden Spielzeit wieder in den Playoffs landen. Dass sie gestern den ambitionierten Würzburgern lange Zeit glänzend Paroli bieten konnten, ist nicht das schlechteste Vorzeichen im Hinblick auf dieses ehrgeizige Saisonziel!

5. Oettinger PreSeason-Cup – Ergebnisse im Überblick

Vorrunde: Telekom  Baskets Bonn – s.Oliver Baskets 87:77 (45:45)

Viertel: 22:24 / 23:21 / 25:13 / 17:19

Telekom  Baskets Bonn: Caloiara (19 Punkte / 5 von 8 Freiwürfen / 2 Dreier), Veikalas (12 / 1 von 1 / 1), Vroblicky (4), McConnell (10 / 2 von 2), Koch (4 / 2 von 2), Lawrence (6 / 2 von 2), Brooks (15 / 5 von 6 / 2), Mangold (6 / 1 von 2 / 1), Wachalski (11 / 4 von 4 / 1)

s.Oliver Baskets: Jackson (19 / 7 von 8), Spoden (4 / 2 von 2), Medlock (18 / 9 von 9 / 1), Tinnon (13 / 3 von 5), Betz (3 / 3 von 4), Ugrai (5 / 1 von 2), Dunbar (3 / – / 1), Hoffmann (6 / 3 von 4 / 1), Dourisseau (6)

Vorrunde: Oettinger Rockets Gotha – Bakken Bears 75:77 (29:31)

Viertel: 18:16 / 11:15 / 22:27 / 24:19

Oettinger Rockets Gotha: Lösing (14 / 1 von 2 / 1), Fülle (11 / 1 von 2 / 2 Dreier), Reinke (20 / 6 von 8), Gausa (10 / – / 2), Baker (4 / 0 von 2), Guyton (5 / 3 von 4), Völler (1 / 1 von 2), Harris (4 / 2 von 4), Vest, Kuppe (6), Hoffmann

Bakken Bears: Sallie (17 / 3 von 4 / 2), Inge (16 / 3 von 3 / 3), Laerke (4 / 2 von 2), Zohore (12 / 2 von 2), Iverson, Sahlertz (3 / – / 1), Saks (14 / – / 4), Christoffersen (8 / 2 von 3), Petersen (3 / – / 1), Pedersen, Nielsen, Barakeh

Spiel um Platz 3: Oettinger Rockets Gotha – s.Oliver Baskets 70:81 (34:34)

Viertel: 20:16 / 14:18 / 16:27 / 20:20

Oettinger Rockets Gotha: Guyton (13 / 3 von 4 / 2), Völler (4), Vest (7 / 2 von 2 /1), Harris (6), Hoffmann, Reinke (14 / 2 von 3), Lösing (6 / 2 von 2), Kuppe (10 / 2 von 3 / 1), Baker (10 / 4 von 4), Fülle, Gausa

s.Oliver Baskets: Spoden (18 / 2 von 2 / 2), Jackson (16 / 3 von 3 / 1), Medlock (4 / 2 von 2), Tinnon (14), Dunbar (4), Ugrai (2), Dourisseau (14 / – / 4), Betz (4 / 2 von 4), Hoffmann (5 / – / 1), Ebert (nicht eingesetzt)

Finale: Telekom Baskets Bonn – Bakken Bears 101:61 (48:40)

Viertel: 26:17 / 22:23 / 28:17 / 25:4

Telekom Baskets Bonn: Vroblicky (12), Caloiaro (33 / 8 von 9 / 3), Veikalas (5 / – / 1), Mangold (3 / – / 1), Lawrence (2), Wachalski (9 / 2 von 2 / 1), McConnell (11 / – / 1), Brooks (15 / 1 von 1 / 2), Koch (11 / 2 von 2 / 1)

Bakken Bears: Iverson (10 / 1 von 2 / 1), Laerke (8 / – / 2), Sallie (11 / 6 von 6 / 1), Zohore (4), Inge (11 / 1 von 3), Sahlertz (2), Saks (9 / 1 von 1 / 2), Petersen (6), Pedersen, Barakeh, Meller, Loewenstein

Bericht der Telekom Baskets zum Turnier.

Bericht der s.Oliver Baskets zum Turnier.