Oettinger Rockets gewinnen Auswärtsspiel nach zwei Halbzeiten wie Tag und Nacht

Dieser Pflichtsieg in der Fremde am vergangenen Dienstag war für die Oettinger Rockets von Anfang an gefährdet. Schon nach zehn Minuten lagen die Gäste mit 16 Punkten zurück. Dabei machten die heimischen Baunach Young Pikes vieles richtig: viele sichere Punkte, abgezockte und sichere Spielweise und dazu die absolute Hoheit unter dem eigenen Brett – alles Dinge, die sich auch die Oettinger Rockets vorgenommen hatten. Mit ganz viel Moral konnten die Raketen das Spiel drehen. Die Oettinger Rockets gewannen das Nachholspiel gegen die Baunach Young Pikes mit 71:66.

 

„Im ersten Viertel haben wir kaum Rebounds geholt, haben unsere Angriffe nicht zu Ende gespielt und das ist nicht akzeptabel. Wer weiß, was da bei uns los war. Es hat mich wirklich an die letzten Minuten gegen Hanau erinnert“, meint Chris Ensminger, Head Coach der Oettinger Rockets. Nach zehn Minuten stand es 26:10 für Baunach. Die gute Nachricht aus Rockets-Sicht: Jedes weitere Viertel gewannen die Raketen.

 

Der zweite Spielabschnitt ging mit einem Punkt an die Gäste. Auch das war spielerisch nicht wirklich gut, aber allemal schon besser. Der Halbzeitstand von 41:26 für Baunach klang nach einer bösen Überraschung in der Fremde. Dazu kam es letztlich aber nicht.

 

Die Einstellung und die Spielweise der ersten Hälfte ließ das Ensminger-Team komplett in der Kabine. „Das dritte Viertel war für uns der Schlüssel zum Sieg“, so der Coach. Recht hat er. Nach dem 26:8 in diesem Spielabschnitt führten die Rockets mit vier Punkten. Dabei klappte wieder viel. Bei Max DiLeo, Jacob Parker und Janek Schmidkunz fielen endlich die Dreier und ganz wichtig: Die Baunacher wurden zu vielen Fehlern bei eigenem Ballbesitz gezwungen. Fabian Villmeter, Baunach-Coach: „Im ganzen Spiel und vor allem im dritten Viertel haben wir viel zu viele Turnover gemacht.“ Die Young Pikes hatten insgesamt 25, die Rockets 13 Ballverluste. Diese und die Dreierquote (Rockets 33 und Pikes 29 Prozent) sind wenige statistische Beispiele, bei denen die Gäste vorn liegen.

 

Trotzdem war Villmeter nach dem Spiel stolz auf seine junge Truppe mit gerade einmal 19 Jahren im Schnitt. Hervorzuheben sind Aleksej Nikolic mit 28 Punkten und Leon Kratzer mit 12 Rebounds, der schon früh Foul-Probleme bekam.

 

Die tatsächlich sehr große Überlegenheit aus dem dritten Viertel konnten die Raketen allerdings nicht mit ins vierte nehmen. Dieses endete 19:17 für die Thüringer. Ungefähr ab der letzten Spielminute, war der Auswärtssieg abzusehen. Das ist bei den großen Ambitionen und der Qualität des Kaders rund 30 Spielminuten zu spät. Ensminger: „Wenn wir über 40 Minuten so spielen wie in der zweiten Halbzeit, sind wir verdammt gut. Wenn wir aber so spielen würden wie in der ersten, dann können wir uns von unseren Zielen verabschieden.“

 

Letztlich war es das vielbesungene blaue Auge, das jeder einzelne passend zum Auswärtstrikot mit nach Thüringen nimmt. Das Wichtigste aber: Die unerwartet hart erkämpften zwei Punkte haben die Oettinger Rockets auch im Gepäck.

 

Am Samstag, 29. Oktober, geht es mit den Auswärtswochen für die Raketen weiter. Sie treten um 19 Uhr bei Römerstrom Gladiators Trier an.