Oettinger Rockets gewinnen nach Startschwierigkeiten gegen ETB Wohnbau Baskets Essen

Am vergangenen Sonntag haben die Oettinger Rockets in der Messe Erfurt mit 86:74 gegen die ETB Wohnbau Baskets Essen gewonnen. Trotzdem halten die Baskets den 15. Tabellenplatz in der 2. Basketball-Bundesliga ProA und auch die Rockets bleiben Siebter – sind nun aber punktgleich mit dem Tabellensechsten Hanau. Auf dem Papier waren die Raketen also die Favoriten, entschieden hat sich das Spiel erst im letzten Viertel.

 

„In der ersten Halbzeit haben wir wie eine Altherrenmannschaft gespielt“, sagt es Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Oettinger Rockets, mit aller Deutlichkeit, „solange Essen Kraft hatte, waren sie bissiger und aggressiver.“

 

Die ETB Wohnbau Baskets aus dem Pott kamen gut in die Partie. Mit 5 Punkten im ersten Viertel hatte Jannik Lodders daran großen Anteil. In der vergangenen Saison sammelte er noch Punkte für die Oettinger Rockets – und zwar gemeinsam mit den damaligen sowie aktuellen Raketen Max DiLeo, Gerard Gomila und Dilhan Durant. Nun fühlt er sich in Essen wohl, spielt dort mit seinem Bruder Robin Carl und gehört zu den tragenden Säulen des Teams. „Das hat schon Spaß gemacht, gegen die alten Kollegen. Aber noch lieber hätte ich gewonnen“, sagte Lodders nach dem Spiel.

 

Nach dem ersten Viertel (15:18) ging es sehr ausgeglichen weiter. Allein im zweiten Spielabschnitt gab es zwei Führungswechsel und dreimal stand es unentschieden. Die Essener gingen anschließend mit der verdienten Führung von 37:33 in die Pause. Sie holten bis dato 20 Punkte in der gegnerischen Zone, die Rockets nur 10. „Für uns war heute mehr drin“, meint daher Igor Krizanovic, Essens Head Coach. Er kennt den Grund der Niederlage: „Wir haben dann im dritten und vierten Viertel nicht mehr mit derselben Energie gespielt wie zuvor.“

 

Direkt nach der Halbzeitpause holten die Baskets zwar die ersten zwei Punkte, mussten anschließend allerdings 16 Punkte in Folge kassieren. „In der ersten Hälfte hat sich Essen gut präsentiert und gezeigt, dass sie besser sind als es der Tabellenplatz vermuten lässt. In der zweiten Hälfte kamen wir dann aber mit voller Energie“, so Chris Ensminger, Head Coach der Oettinger Rockets.

 

Die Raketen ließen nach der Halbzeit zwar wieder 37 Punkte zu, holten aber selbst 53. Aufgrund der guten ersten Hälfte der Wohnbau Baskets war das Spiel zum Ende des dritten Viertels (59:57) noch nicht entscheiden. Nach dem Spiel lagen die Oettinger Rockets aber in nahezu allen wichtigen Statistiken vorn. Zum Beispiel trafen sie jeden zweiten ihrer 18 Dreipunktwürfe, bei Essen waren es 5 von 16 (31 Prozent). Außerdem spielten Ensmingers Jungs 19 Assists und die Baskets nur 9. Dabei standen für beide Teams zur Halbzeit sieben Assists zu Buche. „Besonders in der zweiten Hälfte hatten wir eine bessere Ballbewegung in unserem Spiel“, kommentiert das der Head Coach der Raketen.

 

Mit Grant Gibbs, Janek Schmidkunz, Jacob Parker, Max DiLeo und Elijah Allen, der alle seine fünf Würfe aus dem Feld traf, haben fünf Raketen zweistellig gepunktet. Auf Seiten der Baskets waren es nur zwei. Chris Alexander und Eric Thompson schlugen dafür richtig ein. Gemeinsam holten sie 42 Punkte (Alexander 22, Thompson 20). Das macht mehr als die Hälfte aller Essener Punkte aus.

 

Keine Punkte, dafür aber fünf Assists konnte Neuzugang Darrel Mitchell zum Sieg der Oettinger Rockets beisteuern. Er kam am vergangenen Freitag in Thüringen an, konnte am Samstag einmal mit seinen neuen Team-Kollegen trainieren und stand am Sonntag schon knapp 18 Minuten auf dem Feld. Mitchell: „Für mich ist das normal. Gegen Essen waren meine Beine noch ein bisschen müde. Das wird sich im Training aber schnell ändern. Auch die Abstimmung mit den Jungs verbessert sich dadurch natürlich, obwohl das heute schon gut funktioniert hat. Ich konnte meinen Kameraden schöne, freie Würfe ermöglichen. Und die können auch noch werfen.“

 

Eine gute Integration von Darrel Mitchell ist für die Oettinger in der aktuellen Woche enorm wichtig. Der 32-Jährige bringt viel Erfahrung von hohem europäischen Niveau mit nach Thüringen. Beispielsweise spielte er bei Galatasaray Istanbul, bei Vilnius in Litauen und „er wird uns auf jeden Fall helfen“, ist sich Ensminger sicher.

 

Schon am kommenden Sonntag brauchen die Raketen Mitchells Qualität. Dann spielen sie beim Tabellendritten Crailsheim Merlins. Mit einem Sieg könnten die Oettinger Rockets die Merlins bei 20 Punkten halten und selbst auf 18 erhöhen. Es ist also ein sehr wichtiges Spiel im Kampf um die begehrten Plätze eins bis vier. Ab 17 Uhr wird sich entscheiden, ob Ensminger und sein Team die kleine Serie von drei Siegen in Folge ausbauen können.

 

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