Oettinger Rockets starten gegen die Crailsheim Merlins in die erste Runde

Was für den Karnevalist der Fasching, für das Kleinkind die Weihnachtszeit – das sind für den Basketballer die Play-Offs. Selbiges gilt übrigens für die Fans. Nun ist es endlich so weit. Zum vierten Mal in Folge sind die Oettinger Rockets in die Play-Offs eingezogen. Sie starten am kommenden Freitag um 19.30 Uhr in Crailsheim gegen die Merlins in die Runde der besten Acht.

 

Nach 30 Spieltagen in der regulären Saison der 2. Basketball-Bundesliga ProA landeten die Oettinger Rockets auf dem siebten Rang, die Crailsheim Merlins auf dem zweiten. Nun spielen die beiden so oft gegeneinander bis einer dreimal gewonnen hat. Es gibt also höchstens fünf Spiele. Aufgrund der besseren Tabellenposition hat sich Crailsheim den Heimvorteil gesichert und wird drei dieser maximal fünf Partien vor eigenem Publikum spielen.

 

Die bessere Ausgangslage haben also die Merlins: Sie konnten die beiden Partien während der Saison für sich entscheiden – eine knapp, eine deutlich. Sie haben aktuell neun Spiele in Folge gewonnen – die Raketen eins. Und auch statistisch liegen die Gastgeber überall vorn, außer bei der Freiwurfquote.

 

„In den Play-Offs geht es aber bei null wieder los“, weiß Rockets-Coach Ivan Pavic. Er habe als Spieler in der Endrunde schon vieles erlebt. Das haben die Rockets-Fans auch. Beispielsweise emotionale Kampf-Spiele wie die Derbys 2015 gegen Science City Jena. Diese Serie gewannen die Raketen mit 3:1. Auch ein Jahr später setzten sich die Oettinger Rockets in der ersten Runde durch: Nachdem sie gegen Hamburg schon zwei Spiele verloren, gewannen die Thüringer dennoch die nächsten drei in Folge gegen die Nordlichter.

 

„Außerdem bin ich nach wie vor fest davon überzeugt, dass wir sehr viel Qualität in der Mannschaft haben“, meint Wolfgang Heyder, Leiter Sport und Geschäftsentwicklung bei den Rockets. Diese müssen mindestens im ersten Spiel auf Jacob Parker verzichten. Ob seine Handverletzung bis zum Heimspiel am Sonntag überstanden ist, konnte noch nicht prognostiziert werden.

 

Doch auch der Bundesliga-Absteiger aus Crailsheim „hat sehr viel Qualität – vor allem in der Tiefe der Mannschaft“, wie Ivan Pavic findet. Der Head Coach weiter: „Ihre Stärken sind eindeutig, dass alle den Dreier werfen können und sie sehr schnell nach vorn spielen.“ Genau da will Pavic angreifen. Wenn die Raketen das schnelle Umkehrspiel bremsen können, steigen ihre Chancen auf den Sieg deutlich. Es werde eine schwere, aber lösbare Aufgabe gegen die Merlins mit ihren BBL-erfahrenen Leuten.

 

Einer von ihnen ist Chase Griffin, der von 2012 bis 2014 bei den Oettinger Rockets spielte und sich dort nach eigener Aussage sehr wohl fühlte. Jetzt will er mit Crailsheim zurück in die easyCredit BBL. An dieses Ziel will sein finnischer Head Coach Tuomas Iisalo nicht denken: „Auch in den Play-Offs gehen wir ein Spiel nach dem anderen an. Denn die Konzentration von den eigentlichen Aufgaben auf den Preis zu lenken, ist einer der größten Fehler, die man machen kann!“ Auch der Merlin Jeramie Woods hat Rockets-Vergangenheit. Er spielte in der vergangenen Saison gemeinsam mit den heutigen Raketen Max DiLeo, Gerard Gomila und Dilhan Durant.

 

Iisalo und Pavic sehen es also ähnlich: Sie wollen das Maximum aus jeder Begegnung und gehen dabei ein Spiel nach dem anderen an. Wer von beiden am Freitag erfolgreicher sein wird, sehen Interessierte live in der Arena Hohenlohe sowie im Live-Stream unter merlins.airtango.de.

 

(Beitragsbild: Im ersten Play-Off-Heimspiel der Oettinger Rockets überhaupt, am 8. April 2014, war Chase Griffin noch für die Raketen am Ball (rechts). Wie es der Zufall will, spielten sie gegen seinen heutigen Verein, die Craislheim Merlins. Diese Partie gewannen die Oettinger Rockets übrigens mit 90:80. Foto: Wolfgang Gleichmar.)